Bad Bevensen will mit einer Service-Initiative den Qualitätsstandard für Touristen erhöhen

Was die Gäste nicht erwarten

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Das Interesse unter Bad Bevenser Hoteliers, Gastronomen, Einzelhändlern und Vertretern der Verwaltung an der Info-Veranstaltung zur Steigerung der Service-Qualität war groß.

Bad Bevensen. Das Interesse ist durchaus vorhanden. Zahlreiche Bevenser Hoteliers, Gastronomen, Einzelhändler und Vertreter der Verwaltung fanden jetzt den Weg ins Kurhaus. Sie alle wollten wissen, was die Initiative Servicequalität Deutschland ihrem Betrieb bringen würde.

Lydia Albers von der Initiative zeigte in einer Präsentation auf, welche Vorteile sich für den Einzelnen, aber auch für ganz Bad Bevensen, ergeben würden, wenn sich heimische Dienstleister der Initiative anschließen würden.

„Unsere Stadt lebt vom Tourismus“, betont Gerhard Kreutz. Deshalb hat der Kurort laut dem Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) im Bereich Servicequalität enormes Potential. Zwar mache Bad Bevensen bereits vieles richtig. „Doch es geht darum, die I-Tüpfelchen zu setzen – das, was die Gäste so nicht erwarten.“ Das seien die positiven Überraschungen, die von Touristen hinaus in die Welt getragen würden. Der Verein Bad Bevensen Wirtschaft & Tourismus ist an die BBM herangetreten mit der Bitte, für die Initiative zu werben.

Touristen sind laut Lydia Albers bereit, mehr Geld auszugeben, wenn ein Betrieb überdurchschnittlichen Service bietet: „Die Tendenz geht weg vom Geiz-ist-geil-Image.“ Und Hoteliers, Gastronomen, Einzelhändler und Verwaltung sind im Kurort durchaus bereit, für eine Steigerung ihres Services Geld in die Hand zu nehmen, wie sie auf der Informationsveranstaltung mit einem nach oben gerichteten Daumen bestätigten.

Dabei müssten laut Lydia Albers keine astronomischen Investitionen getätigt werden. „Oft sind es kleine Dinge, die nicht viel kosten und den Unterschied ausmachen.“ Als Beispiel nannte sie ein Hotel, das seinen Übernachtungsgästen kostenlos Scheibenwasser und Putzzeug zur Verfügung stellt – oder Ladestationen für Mobiltelefone. „Das sind die kleinen Aufmerksamkeiten, die aus einem Übernachtungsgast einen Wiederholer machen“, behauptet sie.

Auch Kooperationen zwischen den Betrieben seien ein Argument zum Wiederkommen: „Wenn eine Pension ihren Gästen einen Gutschein für die Waschstraße oder eine Stadtführung schenkt, bleibt das in Erinnerung, und alle Beteiligten profitieren davon.“ Wichtig, so Kreutz, ist auch, dass sich die Betriebe regelmäßig austauschen und an einem Strang ziehen.

Servicequalität Deutschland zielt auch darauf ab, die Mitarbeiter eines Betriebs zu stärken und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich einzubringen. „Oft hat das eigene Team tolle Ideen“, weiß Lydia Albers. Das steigere die Motivation, was sich wiederum auf den Umgang mit Gästen oder Kunden auswirke.

Am Ende spielt Geld natürlich doch eine Rolle, denn die Unterstützung durch die Initiative ist nicht umsonst. Doch die BBM hat bereits angekündigt, den größten Teil zu übernehmen. „Wir wollen in Bad Bevensen langfristig etwas entwickeln“, sagt Kreutz. „Es geht nicht darum, jemanden zu überreden. Die Leute müssen das selbst wollen.“ Wenn sich nur ein Viertel der Anwesenden bei der Info-Veranstaltung dazu entschließen würde, den Versuch zu wagen, sei er hochzufrieden.“

Von Sandra Hackenberg

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