Fremdenverkehrsbeiträge Bad Bevensen: Unternehmer kritisieren Erhöhung

„Unzumutbare Posten“

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Gastronomie, Hotelerie, Handwerker und Apotheker – von der Fremdenverkehrsabgabe sind alle Unternehmen im Stadtgebiet betroffen.

Bad Bevensen. Die Fremdenverkehrsbeiträge in Bad Bevensen sorgen für Verwirrung und Zorn bei den Gewerbetreibenden der Kurstadt.

„Das sind unzumutbare Posten“, kommentiert Jörg Zehrfeld, Inhaber des Bad Bevenser Hotels Ilmenautal und Chef der Dehoga-Ortsgruppe (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband). Eine Steigerung der Fremdenverkehrsbeiträge von bis zu 50 Prozent zum Vorjahr müssten die Betriebe, die dem Dehoga angehören, verkraften. „Andere müssen sogar bis zu 100 Prozent mehr zahlen“, erklärt Zehrfeld. Ein Beispiel: Pro Bett zahlten Unterkünfte, die das Frühstück einschließlich anbieten, vergangenes Jahr 17,05 Euro. Im aktuellen Bescheid werden je Bett der gleichen Kategorie 24,19 Euro verlangt. Zehrfeld: „Da muss ganz dringend nachgeprüft werden. “.

Damit schlägt Zehrfeld in die selbe Kerbe wie Petra Braun, Inhaberin des Hotels Landhaus zur Aue und Vorsitzende des Vereins „Pro Wirtschaft“. Sie hatte, wie berichtet, in einem offenen Brief kritisiert, dass die Fremdenverkehrsbeiträge, die derzeit rückwirkend erhoben werden, höher sind als im vergangenen Jahr und die betroffenen steuerpflichtigen Unternehmen darüber erst spät informiert wurden. Vergangenen Sonnabend sei der Bescheid über die zu leistenden Beiträge bei Jörg Zehrfeld eingegangen. Innerhalb der kommenden vier Wochen habe er die Beiträge an die Stadt zu überweisen. „Ich werde, wie viele andere, Einspruch erheben. Dieses Mal haben sie den Bogen überspannt“, sagt der Hotelinhaber. Gemeint sind die Politiker der Kurstadt. Denn maßgebend für den höheren umlagefähigen Betrag, ist eine politische Entscheidung. „Es kann nicht sein, dass so ein Beschluss kurz vor Weihnachten einmal durchgewunken wird und keiner die Konsequenzen kennt. Der Aufschrei ist groß“, sagt Jörg Zehrfeld.

Rolf Behn, Vorsitzender des Bad Bevenser Vereins „Wirtschaft und Tourismus“, kann dem Beschluss der Politik grundsätzlich zustimmen. „Es macht doch Sinn, die Kosten auf mehrere Schultern zu verteilen. Bisher zahlte der Steuerzahler die Differenz, die nach Eingang des Fremdenverkehrsbeitrags und des Kurbeitrags übrig blieb“, betont er. Was jedoch auch er ankreidet: „Das Verteilen ist richtig, aber Politik muss rechtzeitig sagen, was auf die Gewerbetreibenden zukommt. Man kann nicht im Nachhinein viel mehr fordern.“ Die gemeinsame Forderung von Petra Braun, Rolf Behn und Jörg Zehrfeld lautet demnach: Planungssicherheit für die Unternehmen, die derzeit ihre Preisstrukturen kalkulieren müssen, ohne zu wissen, welche Fremdenverkehrsbeiträge im kommenden Jahr auf sie zukommen werden – ein Vorwurf in Richtung Politik.

Zur Erinnerung: Dass die derzeitig erhobenen Beiträge von denen im vergangenen Jahr abweichen, liegt unter anderem an Verschiebungen im Bereich der umlagefähigen Summen, die die Stadt in den Tourismus investiert. Denn diese Investitionen sollen satzungsgemäß auf die Unternehmen, die von dem Tourismus profitieren, verteilt werden – die Beitragshöhe könne darum im Vergleich zum Vorjahr variieren, wie die Verwaltung erklärt.

Von Wiebke Brütt

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