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Freiwillige holen 76 ukrainische Flüchtlinge aus polnischem Lager

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Die Freiwilligen der Initiative „Freunden helfen“.
Schnell hat sich ein Helferkreis von 50 Menschen gefunden, die sich für die ukrainischen Flüchtlinge engagieren. Ein Teil von ihnen hat in Kleinbussen Ukrainer aus einem polnischen Aufnahmezentrum abgeholt. © Privat

Das Schicksal der Ukrainer bewegt die Menschen, und einige werden aktiv, um zu helfen. So waren Freiwillige von Freitag bis Montag unterwegs, um Flüchtlinge, überwiegend Frauen mit Kindern, aus der grenznahen polnischen Stadt Tomaszow Lubelski abzuholen (AZ berichtete).

Eddelstorf/Bad Bevensen – In 51 Stunden Fahrtzeit und in Kooperation mit anderen Konvois brachten die Helfer insgesamt 76 Menschen nach Deutschland. Sieben Kleinbusse waren im Einsatz, berichtet Till Meierjürgen, der die Hilfsaktion zusammen mit Sandra Theiding aus Altenmedingen und Jan Unbehauen aus Eddelstorf organisiert hat. Auf dem Hinweg waren die Fahrzeuge mit Hilfsmitteln wie Medikamenten und Hygieneartikeln beladen, die an Sammelpunkten für die Ukraine abgegeben wurden.

„Es ist eine Riesen-Hilfsbereitschaft“, sagt Meierjürgen. Mehr als 50 Gleichgesinnte unterstützen die Aktion mit dem Titel „Freunden helfen“. Sie telefonieren, stellen Kontakte her, organisieren. So wurde eine ärztliche Begleitung ermöglicht, fehlende Kleidung besorgt. Eine Familie in Eddelstorf hat Flüchtlinge aufgenommen. Beim Bevenser DRK wurde ein Spendenkonto für die Hilfsaktion eingerichtet.

Das 1200 Kilometer entfernte Tomaszow Lubelski wurde von dem Hilfstransport in Absprache mit dem ukrainischen Generalkonsulat angefahren. In einer zum Durchgangslager umfunktionierten Sporthalle herrschte drangvolle Enge. „Das war extrem, wie viele Menschen darin waren“, berichtet der Eddelstorfer „Da stand Pritsche an Pritsche.“ Die Flüchtlinge werden von der polnischen Feuerwehr an der Grenze in Empfang genommen und zu dem Lager geführt.

Fasziniert von der Zuversicht der Ukrainerinnen

Die Menschen wirkten auf Meierjürgen sehr erschöpft. „Aber in dem Moment, wenn ihr Name über den Lautsprecher aufgerufen wurde – diese Zuversicht“, erzählt der 44-jährige Agrarbetriebswirt. „Dafür lohnt es sich, bis ans Ende der Welt zu fahren.“ Die Ukrainerinnen seien sehr willensstark. Ihr erstes Ziel sei es, bei Freunden und Bekannten unterzukommen. Deshalb wurden sie ihren Wünschen entsprechend zur Weiterfahrt mit der Bahn oder nach Dresden, Berlin, Hamburg und Bad Bevensen gebracht. Viele Ukrainer sprechen Englisch, Meierjürgen verfügte aber auch über mehrere Telefonkontakte für Übersetzungen.

Ein weiterer Konvoi soll morgen, Mittwoch starten. Dann sind auch Busse von Irru-Reisen aus dem Wendland dabei. Möglich macht das der Beschluss des Rats der Samtgemeinde Bevensen-Ebtorf, 100 000 Euro Notfallhilfe zur Verfügung zu stellen.

In der alten Sporthalle der Kooperativen Gesamtschule Bad Bevensen halten sich derzeit laut Landkreis 154 Flüchtlinge aus der Ukraine auf. Über 250 Personen wurden dort bereits aufgenommen. Der Landkreis rechnet mit einem weiteren Zustrom von Flüchtlingen.

• Information und Kontakt: www.freunden-helfen.de (im Aufbau), kontakt@freunden-helfen.de.

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