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Freie Bahn für die Feuerwehren im Wald

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Feuerwehrfahrzeuge mit mobilem Tank.
Löscheinsatz der Freiwilligen Feuerwehr Gollern-Hesebeck-Röbbel in den Sandschellen. Tanklöschfahrzeuge befüllen abwechselnd einen mobilem Wassertank, aus dem ein weiteres Fahrzeug das Löschwasser pumpt. © Feuerwehr

Im Sommer ist es knochentrocken in den Kiefernwäldern der Region. Die glimmende Asche einer Zigarette, eine Glasscherbe reichen aus, um sie in Brand zu setzen. Damit die Feuerwehren dann freie Bahn beim Löscheinsatz haben, sollen zwei wichtige Wirtschaftswege im Osten von Bad Bevensen vom Bewuchs freigeschnitten werden.

Bad Bevensen –Der Stadtrat stellte jetzt 10 000 Euro für diese Maßnahme zur Verfügung.

Die Schaftrift verläuft durch die Sandschellen zwischen dem Groß Hesebecker Sportplatz und der Römstedter Straße, der andere Weg zweigt von dieser nach Norden am Sirachsberg ab. Die Schaftrift sei stark zugewachsen, betonte der Groß Hesebecker Ratsherr Dirk Harms (CDU), der den Antrag stellte, den Weg umgehend auf elf Meter Breite freizuschneiden. Der Weg sei für die Waldbrandbekämpfung von enormer Bedeutung. „Da dieser Weg bis auf eine kleine Fahrspur in weiten Teilen zugewachsen ist, könnte ein Feuer nahezu ungehindert von Gollern bis zum Kanal durchlaufen. Das bedeutet eine große Gefahr für die Wohnhäuser östlich des Kanals und vor allem für das HGZ, warnte Harms. „In den letzten fünf Jahren hat es dort dreimal richtig gebrannt“.

Waldwege sind teilweise für die Feuerwehr nicht mehr passierbar

„Die Wege sind da, aber nur teilweise oder gar nicht befahrbar“, erklärt Dirk Baum, SPD-Ratsherr und Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Gollern-Hesebeck-Röbbel. Gleichzeitig seien die Fahrzeuge der Wehren durch die Ausrüstung mit Wassertanks immer größer geworden. Bei einem Feuer in dem Waldgebiet müsse die Wehr diese auf dem Weg aufstellen können, und zwar am besten so, dass ein zweites Fahrzeug vorbeifahren kann.

Bei einem entstehenden Vegetationsbrand ist Schnelligkeit entscheidend. „Es geht für uns darum, vor die Lage zu kommen“, erklärt Baum, der auch stellvertretender Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf ist. „Wenn das Feuer Fahrt aufnimmt, ist jede Minute Gold wert. Es wäre grob fahrlässig, wenn man das, was mit wenig Mitteln realisierbar ist, nicht macht.“

Vegetationsbrände nehmen durch den Klimawandel zu

Im Brandfall bringen Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr Löschwasser zum Brandherd, denn Hydranten gibt es in dem Wald nicht. Neben mobilen Wassertanks und Schläuchen kommen bei der Feuerwehr Gollern-Hesebeck-Röbbel auch zwei neuartige Löschrucksäcke zum Einsatz, mit denen kleine Brandherde effektiv gelöscht werden können (AZ berichtete). Aber auch einfache Mittel wie Hacken und Patschen werden bei entstehenden Bränden eingesetzt. Stehen aber erst die Baumkronen in Brand, werden selbst autobahnbreite Schneisen übersprungen. „Insgesamt nehmen Vegetationsbrände aufgrund der Trockenheit zu“, betont Baum. Die Feuerwehren müssten sich auf eine Zunahme vorbereiten.

Wann die Wege freigeschnitten werden, ist zurzeit noch offen. Derzeit müsse man auf die Brut- und Setzzeit Rücksicht nehmen, erklärt Stadtdirektor Martin Feller.

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