„Wir haben viele Ehrenamtliche, aber die Feuerwehrleute machen ihren Einsatz unter Lebensgefahr.“

Frei Parken für Feuerwehrleute

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Mit der Parkscheibe parken, wo andere Münzen in den Automaten einwerfen: Diese Vergünstigung sollen Bad Bevenser Feuerwehrleute erhalten.

Bad Bevensen. Sie rücken, wenn es sein muss, mitten in der Nacht aus, um Menschen oder ihr Hab und Gut zu retten. Feuerwehrleute tun ihren Dienst am Nächsten ehrenamtlich, ohne eine Gegenleistung.

Die Gruppe Grüne/WBB im Bevenser Stadtrat will sich jetzt bei den Brandschützern bedanken: mit kostenlosen Parkausweisen.

Die Verwaltung hat nachgezählt: 75 aktive Feuerwehrleute tun Dienst in der Bevenser Wehr, noch einmal 146 in den Ortsteilen Gollern, Hesebeck, Jastorf und Seedorf. Sie alle sollen von den Parkgebühren in der Kurstadt befreit werden, wenn es nach dem Willen der Mehrheitsgruppe Grüne/Wählergemeinschaft Bad Bevensen (WBB) geht. Am Donnerstag, 10. Januar, steht die Entscheidung auf der Tagesordnung im nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschuss der Stadt.

„Das dient der Motivation und der Anerkennung der Feuerwehrleute“, erklärt Fraktionssprecherin Katja Schaefer-Andrae auf AZ-Nachfrage. Profitieren sollen ausschließlich die aktiven Brandschützer. Sie sollen auf Antrag Parkausweise erhalten, die zusammen mit der Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe gelegt werden. Denn auch für die, die frei parken, gilt in den gebührenpflichtigen Parkzonen der Kurstadt die Höchstparkdauer von maximal ein, zwei beziehungsweise drei Stunden.

Martin Feller

Die Mindereinnahmen, die durch die Inanspruchnahme der Ausweise entstehen, sind bereits mit 2.000 Euro im städtischen Haushalt 2019 eingebucht, betont Katja Schaefer-Andrae. Tatsächlich wird jedoch lediglich mit einem Gebührenausfall in Höhe von 1.500 Euro gerechnet. Diese Zahl hat das Ordnungsamt ermittelt. Jedenfalls erwartet Bürgermeister Martin Feller (Grüne) keine übermäßige Inanspruchnahme, denn auch die meisten Feuerwehrleute arbeiten tagsüber, wenn die kostenpflichtigen Parkplätze begehrt sind, auswärts.

Bestrebungen, die Leistung der Ehrenamtlichen mit einer kleinen Belohnung anzuerkennen, gibt es bereits. So können Betroffene beim Kreis Uelzen die Ehrenamtskarte beantragen, mit der sie unter anderem ermäßigten Eintritt erhalten. In Bad Bevensen will man den Personenkreis eingrenzen, betont Feller: „Wir haben viele Ehrenamtliche, aber die Feuerwehrleute machen ihren Einsatz unter Lebensgefahr.“

Von Gerhard Sternitzke

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