Erntezeit in den Wäldern der Gemeinde Altenmedingen

Förster „fangen“ Eckern mit Netzen

In den Wäldern rund um Bostelwiebeck und Reisenmoor im Norden des Kreises werden zurzeit große Netze zur Bucheckern-Ernte ausgelegt. Foto: Baumgart

ib Oerrel/Bostelwiebeck. In den Niedersächsischen Landesforsten hat die Ernte der Bucheckern begonnen. Um hochwertiges Buchensaatgut für die Forstbaumschulen zu ernten, werden unter den Altbuchen große Netze ausgelegt.

Besonders im nördlichen Landkreis Uelzen finden sich Buchenwälder, in denen dieser Tage die kleinen dreikantigen Baumfrüchte geerntet werden – große Netze liegen vor allem auf Waldböden bei Bostelwiebeck und Reisenmoor in der Gemeinde Altenmedingen aus, aber auch in Oechtringen bei Velgen liegen Erntenetze aus.

„Wenn die Bucheckern im September und Oktober reif sind, öffnen sich die stacheligen Fruchtbecher und die braun glänzenden Früchte fallen zu Boden – oder eben in die Netze“, erklärt Reiner Baumgart von den Niedersächsischen Landesforsten. Im Bereich der Landesforsten werden in diesem Jahr auf einer Fläche von insgesamt elf Hektar Netze ausgebreitet, was etwa fünfzehn Fußballfeldern entspricht.

Bei der Ernte wird vor allem Wert auf Qualität gelegt: „Nur die Bucheckern vitaler und gesunder Buchen in ausgewählten und geprüften zugelassenen Erntebeständen dürfen als Saatgut geerntet werden“, betont Baumgart.

Nicht in jedem zur Ernte anerkannten Buchenbestand tragen in diesem Jahr die Bäume genügend Früchte, damit sich die Netzernte lohnt. Deshalb wurden im Vorfeld stichprobenartig in ganz Niedersachsen die Baumkronen begutachtet, um eine Ernteprognose zu stellen. In den Waldflächen der Gemeinde Altenmedingen verspricht man sich eine besonders ertragreiche Ernte.

Die natürliche Verbreitung der Samen erfolgt übrigens häufig über Eichhörnchen, Eichelhäher und Tauben. Bucheckern bilden im Herbst besonders für Kleinsäuger, Vögel, Wildschweine, Rotwild und Damwild eine wichtige Nahrungsgrundlage.

Die in den Netzen gefangenen Bucheckern werden bereits im Wald von groben Verunreinigungen befreit. In der Forstsaatgut-Beratungsstelle (fsb) im Forstamt Oerrel wird das hochwertige Saatgut dann gereinigt, nachgereift und verkauft. „Oder für die nächsten Jahre in Kühlkammern eingelagert“, erklärt Reiner Baumgart, denn der Bucheckern-Vorrat müsse auch Jahre mit spärlicher Ernte überbrücken.

„Wir erwarten, dass uns etwa fünfzehn Tonnen Bucheckern ins Netz gehen. Die Menge reicht aus, um fünfzehn Millionen Buchensetzlinge anzuziehen“, weiß Ben Buhle von der fsb in Oerrel. Diese Bucheckern bilden die Grundlage der ökologischen und ökonomischen Stabilität künftiger Wälder.

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