Experte aus Garbsen macht sich bei Staatskanzlei für Geothermie-Projekt in Bad Bevensen stark

Förderung wärmstens empfohlen

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Bad Bevensen. In der Erde unter der Stadt Bad Bevensen schlummern möglicherweise ungeahnte Chancen, um ein für alle Mal den wirtschaftlichen Durchbruch zu erreichen. Denn nach Einschätzung von Professor Dr.

Dieter Michalzik von der GeoDienste GmbH in Garbsen sind die Gegebenheiten in der Kurstadt für die Gewinnung von Energie aus Erdwärme – auch Geothermie genannt – nahezu ideal. Unter anderem weil unter der Stadt die heißen Thermalwasserquellen sprudeln, die auch die Jod-Sole-Therme speisen.

Seit rund zwei Jahren versucht die Stadt Bad Bevensen, wie berichtet, die Finanzierung einer Machbarkeitsstudie auf die Beine zu stellen, die Voraussetzung für die Förderung von Geothermie ist. Bislang vergeblich. Nun macht sich Professor Michalzik bei der Niedersächsischen Staatskanzlei stark für das Vorhaben. Denn es gebe zwar schon einige Geothermie-Projekte in Niedersachsen. „Das Projekt mit den vielleicht besten geologischen und abnahmeseitigen Voraussetzungen“ aber sei in Bad Bevensen angesiedelt, schreibt er nach Hannover und bittet Ministerpräsident David McAllister um Unterstützung für die Bad Bevenser.

Die Landesregierung nämlich hat im aktuellen Entwurf ihres Energiekonzeptes eine Unterstützung von Pilot- und Demonstrationsvorhaben sowie eine Förderung von Machbarkeitsstudien für tiefengeothermische Projekte in Aussicht gestellt. Denn die Anzahl dieser Vorhaben ist in Niedersachsen noch vergleichsweise gering. Wohl weil eben die Investitionskosten für die Standorterkundungen und die zum Bau einer geothermischen Anlage notwendigen Bohrungen so hoch sind, ist Professor Michalzik überzeugt.

Schon 1994 hatte das Niedersächsische Landesamt für Bodenforschung (jetzt LBEG) im Rahmen einer Untersuchung von geothermischen Ressourcen in Norddeutschland die besonderen Vorzüge des Standortes Bad Bevensen erkannt und definiert. Aktuelle Untersuchungen der GeoDienste GmbH hätten diese Einschätzungen jetzt „mehr als bestätigt“, so Professor Dieter Michalzik. Doch für die so genannte Machbarkeitsstudie müsste die Stadt etwa 250 000 Euro aufbringen – eine zu große Summe, um sie allein stemmen zu können, betont Stadtdirektor Hans-Jürgen Kammer. Weswegen man zurzeit auch auf der Suche nach Sponsoren sei.

Für Professor Michalzik gibt es keinen Zweifel: „Das Geothermieprojekt Bad Bevensen würde aufgrund der überaus positiven Voruntersuchungen in hervorragender Weise die Bedingungen für das von der Landesregierung vorgesehene Programm zur Förderung von Machbarkeitsstudien erfüllen“, appelliert er an die Staatskanzlei. „Bad Bevensen hat wie Munster das Potenzial, ein Leuchtturmprojekt für die Tiefengeothermie in Niedersachsen zu werden.“ In Munster soll voraussichtlich ab 2013 Erdwärme aus rund fünf Kilometern Tiefe rund 2000 Haushalte und einige Bundeswehr-Kasernen mit Wärme und teilweise auch Strom versorgen.

Aufgrund der positiven Voraussetzungen bricht der Geothermie-Experte aus Garbsen in seinem Schreiben an den Ministerpräsidenten deutlich eine Lanze für die Kurstadt: Wolle die Landesregierung nämlich ihr Ziel erreichen und bis 2020 rund 25 Prozent des niedersächsischen Energieverbrauchs regenerativ abdecken, sollte das Projekt Bad Bevensen „jetzt ohne weitere Zeitverzögerung weitergeführt (...) und durch das Land gefördert werden“.

Von Ines Bräutigam

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