Servicegesellschaft der Kur GmbH braucht neues Kapital / Freitag außerordentliche Ratssitzung

Flaute in den Thermen-Bistros

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So üppig gedeckt wie beim Valentinsabend in der Jod-Sole-Therme sind die Tische der Bistros nicht immer – jetzt müssen Stadt Bad Bevensen und Landkreis Uelzen als Gesellschafter weiteres Geld für die Servicegesellschaft nachschießen.

Bad Bevensen. Sie sollte dafür sorgen, dass sich die Besucher der Therme noch wohler fühlen und länger verbleiben.

Außerdem sollte mit der Servicegesellschaft, die erst im April dieses Jahres ihren Betrieb unter dem Dach der Kur GmbH aufgenommen hatte, die Qualität der Bistros in und vor der Jod-Sole-Therme verbessert werden (AZ berichtete ausführlich)

Jetzt, etwa sieben Monate später, braucht die Servicegesellschaft bereits neues Kapital. Der Bad Bevenser Stadtrat muss in einer außerordentlichen Sitzung am Freitagabend (18 Uhr, KGS-Mensa) über einen weiteren Zuschuss entscheiden.

Erst zur Gründung der Gesellschaft, deren Geschäftsführerin die Kur-GmbH-Interimschefin Sabine Neumann-Heinen ist, hatte die Stadt 21 000 Euro zur Verfügung gestellt. Weitere 29 000 Euro zahlte der Landkreis Uelzen als Stammeinlage ein. Die Aufteilung entspricht den Anteilen an der Kurgesellschaft – die Stadt ist mit 42 Prozent beteiligt, der Landkreis mit 58 Prozent. Jetzt sind insgesamt weitere 50 000 Euro erforderlich, für die Stadt also abermals 21 000 Euro. Der Kreistag hat gestern Abend der Zahlung seines Anteils bereits ohne Diskussion einhellig zugestimmt.

„Es ist schon überraschend, dass das Kapital weg ist“, findet Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller, der kurzerhand zu der außerordentlichen Sitzung am Freitag eingeladen hat. Denn einerseits werde von Gästen beklagt, dass es im benachbarten Kurhaus keine Gastronomie gebe, andererseits aber machen die vorhandenen Bistros nebenan so viel Verlust, dass sie nun einen weiteren Zuschuss benötigen. „Das ist schon eine faszinierende, paradoxe Situation“, so der Bürgermeister.

Die viel gescholtene Qualität könne dafür nicht immer als Grund herangezogen weren, findet er. „Die Qualität ist deutlich besser geworden.“ Vielmehr vermutet Feller hinter dem Dilemma eine problematische Standortattraktivität und nennt das Bistro vor dem Thermeneingang „in einer Durchgangssituation“ als Beispiel. „Die Frage ist auch: Wollen die Gäste überhaupt in der Therme Kaffee trinken? Vielleicht gehen sie lieber in eines der Cafés in der Stadt.“ Eine andere Überlegung: „Es gibt viele Cafés in Bad Bevensen – vielleicht reicht es auch nicht für alle?“

Wie berichtet, war der Betrieb der Gastronomie in Eigenregie nur ein Baustein eines Konzepts zur Neuausrichtung der Therme, das die Kurgesellschaft für 40 000 Euro bei dem Sachverständigen Claus-Arwed Lauprecht des Offenbacher Unternehmens EWI in Auftrag gegeben hatte. Bestandteil des Konzepts war auch ein „Haus der Vitalität“, das im einstigen Kurmittelhaus installiert werden sollte, und bis heute auf seine Umsetzung wartet.

Sabine Neumann-Heinen war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Von Ines Bräutigam

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