Bad Bevensens neun Ortsteile erhalten eigene Budgets / Politik beschließt entsprechende Richtlinien

Finanzspritzen fürs dörfliche Leben

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Ob die Mondlicht-Wettbewerbe in Groß Hesebeck, Gemeindefeiern in Gollern oder adventliche Aktivitäten in Medingen (von links) – das Leben in den Bad Bevenser Ortsteilen ist vielseitig und soll jetzt noch stärker gefördert werden.

Bad Bevensen. Sie sind die kleinen Schwestern der großen Kurstadt. Und als solche fanden sie in der Vergangenheit nicht immer so viel Gehör, wie sie es sich vielleicht gewünscht hätten.

Das soll sich nun ändern: Die neun Ortsteile von Bad Bevensen werden künftig jeweils ihren eigenen Ortsvorsteher erhalten. Und jeder von ihnen wird mit einem Budget von 5000 Euro ausgestattet. So hat es der Verwaltungsausschuss der Stadt Bad Bevensen jetzt beschlossen; der Stadtrat wird in seiner Sitzung am 12. Dezember das letzte Wort dazu haben.

Gollern, Groß Hesebeck und Jastorf, Klein Bünstorf, Klein Hesebeck und Medingen, Röbbel, Sasendorf und Seedorf – in diesen Dörfern sollen demnächst Ortsversammlungen stattfinden, um besagte Ortsvorsteher zu wählen. „Alle, die wahlberechtigt sind, können dort wählen“, erklärt Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller (Grüne) im AZ-Gespräch. Als Kandidat kann sich jeder ins Rennen begeben, der Lust auf dieses Ehrenamt hat. In den ersten Monaten des nächsten Jahres werden dann die neuen Ortsvorsteher ihre Arbeit aufnehmen können; die für die Budgets vorgesehenen 45 000 Euro sind in den Haushaltsplanentwurf 2019 bereits eingestellt, den die Politik derzeit in ihren Fraktionen berät.

„Natürlich kann man damit keine großen Sprünge machen“, sagt Martin Feller. Aber es gehe auch vielmehr um eine „Anerkennung“. Die Budgets sollen in den Ortsteilen für den unbürokratischen Erhalt der Infrastruktur aufgewendet werden.

Auch weil es wegen der Form der Budgetierung in der Mehrheitsgruppe des Rats von Grünen, WBB und FDP unterschiedliche Auffassungen gab, hatte der Liberale Jannis Walther kürzlich – wie berichtet – seinen Austritt aus der Gruppe erklärt. Walther wollte im Namen der FDP eine Staffelung der Budgets nach Größe der Ortsteile. Aus Sicht des Bürgermeisters und Stadtdirektors Hans-Jürgen Kammer ist die gleichmäßige Verteilung aber die gerechtere. „Die Ortsteile sind unterschiedlich groß“, erläutern Feller und Kammer, „Das hätte zu deutlichen Unterschieden in den Budgets geführt.“ So leben beispielsweise in Klein Hesebeck gerade mal knapp 80 Einwohner, während es im größten Bad Bevenser Ortsteil Medingen weit über 1000 sind.

Hans-Jügen Kammer merkt obendrein an, dass wahrscheinlich auch eine Staffelung wiederum zu Kritik geführt hätte. Denn schließlich habe jeder Ortsteil eine gewisse Infrastruktur zu unterhalten – egal, wie viele Menschen dort lebten. „In manchen Dörfern hätte man dann gar nichts mehr mit dem Geld anfangen können“, ergänzt Martin Feller im Hinblick auf die kleinsten Ortsteile.

Von Ines Bräutigam

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