Nachtragshaushalt der Stadt im Corona-Jahr 2020

Finanzspritze rettet die Stadtkasse in Bad Bevensen

Eine Kurstadt ohne Touristen: Die Corona-Maßnahmen haben die Bevenser stark belastet, auch wenn die Einnahmeeinbußen nicht ganz so groß ausgefallen sind.
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Eine Kurstadt ohne Touristen: Die Corona-Maßnahmen haben die Bevenser stark belastet, auch wenn die Einnahmeeinbußen nicht ganz so groß ausgefallen sind.

Bad Bevensen – Die Corona-Krise trifft die Stadt Bad Bevensen hart.

Die verordneten Schließungen und Auflagen für Hotels und Gastronomie, aber auch die Zurückhaltung besorgter Gäste schlagen sich in einem deutlichen Einnahmerückgang der Kommune nieder, die in hohem Maße vom Tourismus abhängig ist. Ende April hat Stadtdirektor Martin Feller (Grüne) eine Haushaltssperre verfügt. Jetzt zeigt der Nachtragshaushalt, dass die Kurstadt das Jahr glimpflich überstanden hat.

Die Kämmerei hatte im Frühjahr mit Einnahmeausfällen von 3,6 Millionen Euro gerechnet. „Das ist zum Glück nicht so dramatisch eingetroffen“, erklärte Feller am Donnerstag bei der Vorstellung des Zahlenwerks im Finanzausschuss. Am Ende steht ein Minus bei den Einnahmen aus dem Tourismus von 1,2 Millionen Euro. Darin enthalten ist auch ein höherer Zuschuss von über 700 000 Euro an die Kurgesellschaft für das erhöhte Defizit der Jod-Sole-Therme.

Zum einen zeigt nun der Stopp von Investitionen Wirkung. Die Kreditaufnahme wurde von 800 000 Euro auf Null gesetzt. Zum anderen verbucht die Stadt Hilfen vom Land und Bund in Höhe von 465 000 Euro, die die Ausfälle auch bei Gewerbe- und Einkommenssteuer aber nicht vollständig abdecken. Aufwendungen von 13,6 Millionen stehen Erträge von 16,2 Millionen Euro gegenüber. „Die Samtgemeinde hat uns gerettet“, betont Feller. Ohne die Überweisung von 3,8 Millionen Euro würde kein Überschuss ausgewiesen werden. So steht am Ende des Nachtragshaushalts sogar ein Überschuss von 2,6 Millionen Euro.

Auf Nachfrage äußerte sich der Stadtdirektor auch noch einmal zu den Ausnahmen, die er von der Haushaltssperre gemacht hat. Vom Wohnmobilstellplatz erhoffe er sich schnelle Einnahmen. Der Rollatorparcours sei an zeitlich begrenzte Fördermittel gebunden. Und die Machbarkeitsstudie für die Landesgartenschau 2026 habe man wegen der kurzen Bewerbungsfrist von neun Monaten vergeben müssen.

Katja Schaefer-Andrae beantragte, die im Corona-Jahr fast ungenutzten Mittel der neun Ortsvertrauensleute, insgesamt 45 000 Euro, auf das nächste Jahr zu übertragen, um das Ehrenamt zu unterstützen. „Gerade jetzt ist sozialer Zusammenhalt wichtig. Aber wir werden auch Einsparungen suchen müssen“, hielt Sönke Strampe (CDU) dagegen. Auch Birgit Ahders (SPD) wendete sich gegen ein „Ansparen“ der Beträge.

Zudem beklagte sie die kurzfristige Einbringung der Zahlen. Die Zeit zur Vorbereitung fehle. „Ich fühle mich überfordert.“ Man habe abwarten müssen, bis verlässliche Zahlen vorliegen, betont Martin Feller. Bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen wurde der Haushalt empfohlen. Der endgültige Beschluss fällt im Stadtrat am 9. Dezember.

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