Polizei geht von Brandstiftung aus / Samtgemeinde sieht keine Veranlassung einzuschreiten

Feuer am leer stehenden Hotel

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Die Zufahrt zum einstigen Hotel „Dorenmuthe“ versperrt derzeit ein rot-weißes Flatterband. Das Haus gehört einem aserbaidschanischen Investor, der vor rund vier Jahren mehrere Objekte in der Kurstadt gekauft hatte und diese seitdem leer stehen lässt.

Bad Bevensen. Seit einigen Jahren sind die leer stehenden Hotels eines Investors aus Aserbaidschan den Bad Bevensern ein Dorn im Auge.

Nicht nur, weil dem Tourismus damit, wie mehrfach berichtet, viele Betten verloren gegangen sind, sondern weil die Objekte zusehendes verfallen.

Am vergangenen Wochenende nun hat es an einem der Häuser, dem ehemaligen Hotel „Dorenmuthe“ an der Römstedter Straße, gebrannt. Die Polizei geht aktuell davon aus, dass das Feuer gelegt wurde. „Wir halten Brandstiftung für wahrscheinlich“, erklärt Polizei-Sprecher Kai Richter auf AZ-Nachfrage.

Eine Gasflasche wurde aus den Flammen geholt und in einem ausrangierten Kühlschrank gekühlt – auf dem Gelände des ehemaligen Hotels „Dorenmuthe“ brannten rund sechs Kubikmeter Unrat.

Passanten hatten das Feuer gegen 3.45 Uhr in der Nacht zu Sonntag bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Sie berichteten den Einsatzkräften auch von einer Gasflasche, die in den Flammen liege. Mit einem Kleinlöschgerät wurde das Feuer zunächst von der Gasflasche fern gehalten, die Feuerwehrleute der Ortswehr Bad Bevensen löschten schließlich den Brand komplett und kühlten die aufgeheizte Gasflasche in einem ausrangierten Kühlschrank, der auf dem Gelände herumlag. „Dieser wurde kurzerhand in ein Kühlbecken umfunktioniert“, berichtet ein Feuerwehr-Sprecher.

Mit einer Wärmebildkamera kontrollierten die Einsatzkräfte schließlich den Brandort und übergaben ihn nach einer Stunde der Polizei. Menschen wurden bei dem Feuer nicht verletzt, der Sachschaden beträgt laut Polizei einige hundert Euro.

Neben verschiedenen Elektrogeräten lagern auf dem frei zugänglichen Hotelgelände an der Römstedter Straße auch Baumaterialien, Kanister und weiterer Unrat. Das Feuer hat nach Aussagen der Feuerwehr rund sechs Kubikmeter Müll in unmittelbarer Nähe des Hauptgebäudes vernichtet. Aus Sicht der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf, die für den Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zuständig ist, gebe es wegen des aktuellen Vorfalls jedoch keinen Grund einzuschreiten. „Das ist für uns kein Anlass, ordnungsrechtlich tätig zu werden“, sagt der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Thomas Fisahn auf AZ-Anfrage. Eine besondere Brisanz wegen der Gasflasche sehe er nicht. „Solche Flaschen liegen auf vielen Grundstücken herum.“

Die Polizei sucht unterdessen Zeugen des Geschehens. Wer in der Nacht zum vergangenen Sonntag etwas Auffälliges im Bereich des ehemaligen Hotels beobachtet hat, kann sich unter Telefon (0 41 31) 83 06 22 15 bei den Beamten melden.

Von Ines Bräutigam

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