„Es geht von rund bis eckig“

Fachjury soll Investorenpläne für Thermenhotel in Bad Bevensen beurteilen

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Das Thermenhotel soll zwischen Dahlenburger Straße, Therme und Kurhaus entstehen. Dafür wird möglicherweise der geschwungene Wandelgang abgerissen. 

Bad Bevensen – Eine große Wiese dehnt sich zwischen dem Kurhaus und der Jod-Sole-Therme aus. Dem, der die Bevenser Stadtpolitik in den vergangenen Jahren verfolgt hat, erzählt sie eine Geschichte.

Teil der Pläne für das neue Kurhaus war ein Thermenhotel, das als Bindeglied zwischen Kurhaus und Therme fungieren sollte. Doch die Investoren, die die Lücke füllen wollten, sprangen ab. Mancher unkte, das Hotel werde es nie geben. Die Stadt hat dennoch erneut Investoren gesucht – und war erfolgreich.

Insgesamt fünf Interessenten haben sich auf die Auslobung gemeldet. Es gab eine Verlängerung. Zwei Investoren haben schließlich Angebote eingereicht. „Beide Entwürfe sind grundsätzlich geeignet“, sagt Bauamtsleiter Roland Klewwe. „Ein künftiges Hotel wird mindestens 100 Zimmer haben.“ Maximal sechs Vollgeschosse lässt die Stadt zu. Weitere Details bleiben zum Schutz der Investoren vorerst unter Verschluss. Der Bauamtsleiter verrät lediglich: „Die Entwürfe haben sehr unterschiedliche Konzepte. Es geht von rund bis eckig.“ Beide schlagen eine moderne Architektur vor. Bedingung war, dass es eine direkte Verbindung zur Therme gibt.

Roland Klewwe, Bauamtsleiter

Die Entscheidung für einen der beiden Investoren trifft der Stadtrat, aber er erhält fachliche Unterstützung. Zunächst wird eine Fachjury die Konzepte prüfen, kündigt Klewwe an. Ihr sollen Experten aus den Bereichen Architektur, Städtebau, Freiraumplanung und Tourismus, aber auch je ein Vertreter der örtlichen Tourismuswirtschaft und der Jod-Sole-Therme sowie der Bauamtsleiter angehören. Nach der Entscheidung des Stadtrats, der zunächst in einer internen Sitzung informiert wird, erhält der erfolgreiche Bewerber ein halbes Jahr Zeit, um seine Pläne zu konkretisieren.

Der Vertrag, der hierfür geschlossen werden soll, umfasst sowohl die Pläne für das Gebäude, das der Investor errichten will, als auch das Konzept eines Betreibers für den Hotelbetrieb – einschließlich Wirtschaftlichkeitsanalyse für beide Teile. „Die Stadt muss sicher sein, dass es funktioniert und dass nicht schon nach dem dritten Geschoss ein Baustopp eintritt“, erklärt Klewwe. Am Ende steht dann der Durchführungsvertrag. Die Stadt muss für das Bauvorhaben den Bebauungsplan ändern.

Klewwes Zeitplan: Im März 2020 schließt die Stadt mit dem Investor den Vorvertrag. Im März 2021 liegt dann die ausgearbeitete Planung vor. Anschließend rechnet Klewwe mit ein bis zwei Jahren Bauzeit.

Als Lehre aus dem ersten Versuch hat die Stadt den Investoren mehr Freiheit gelassen. Das Hotel soll zwischen Dahlenburger Straße, Kurhaus und Therme entstehen, soweit die Flächen der Stadt gehören oder von Privatleuten verkauft werden. „Es ist klar, dass damit der Wandelgang zur Disposition steht“, stellt Bauamtsleiter Klewwe klar. Parkflächen werden möglicherweise verschoben.

VON GERHARD STERNITZKE

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