Hotelbetreiberin hadert mit Abriss der Altstadtbrücke

„Existenzielle Bedrohung“

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Nur noch die Widerlager stehen: Die marode Altstadtbrücke ist abgerissen und soll nach mehrheitlichem politischen Willen auch nicht ersetzt werden – sehr zum Leidwesen der Betreiberin des anliegenden Hotels (im Hintergrund).

ib Bad Bevensen. „Das ist eine existenzielle Bedrohung für mich“, sagt Petra Braun und blickt nachdenklich auf die Ilmenau hinter ihrem Haus.

Die Betreiberin des Landhauses Zur Aue hadert mit dem Abriss der Altstadtbrücke, die auch nicht ersetzt werden soll. Seit März 1993 betreibt sie das Hotel direkt an der Ilmenau. Und gleich daneben war bislang die Brücke. „Ich hätte das Haus nicht gekauft, wäre sie nicht da gewesen“, sagt Petra Braun, die die Brücke auch für die ganze Altstadt für wichtig hält.

Petra Braun ist enttäuscht.

Umso verwunderter war sie, dass in der Sitzung des Bauausschusses darüber informiert wurde, dass eine Befragung durch FDP-Ratsherr Bernd Peter bei Anliegern und anderen Bürgern ergeben habe, dass die Mehrheit die Brücke für verzichtbar halte. Sie, Petra Braun, habe Peter jedoch schon vergangenes Jahr gesagt, wie wichtig die Brücke für sie sei. Und als sie die Brücke nach wie vor im druckfrischen Stadtplan fand, sei sie zunächst auch beruhigt gewesen, sagt sie.

Bernd Peter hatte sich anfangs noch für den Erhalt der Brücke ausgesprochen.

Bernd Peter bestätigt die Gespräche mit Petra Braun und anderen Bürgern über die Brücke. „Anfangs habe ich mich auch für deren Erhalt ausgesprochen“, erklärt er. Die Befürworter hätten sich jedoch im Laufe der Zeit rar gemacht. Vor allem die 300 000 Euro für einen Neubau, die in keinem Verhältnis zum Nutzen stünden, seien ein Kriterium gewesen. Peter: „Diskussionen in den Reihen der Wirtschaft, des Tourismus und der Inklusion haben ein Meinungsbild gegen den Wiederaufbau dieser Brücke gezeigt.“ Die Mehrheit im Bauausschuss hatte sich, wie berichtet, dieser Auffassung angeschlossen. Sehr zum Leidwesen von Petra Braun.

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