Evakuierung aus der Kinderstube

Himberger beobachten auf der Terrasse Eichhörnchen-Mutter und Nachwuchs

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Die Eichhörnchen-Mutter evakuiert ihren Nachwuchs von der Terrasse in Himbergen. Die Nager-Jungen sind zu diesem Zeitpunkt noch blind. Fotos: privat

Himbergen – Die Überraschung für die Bewohner eines Himberger Hauses war jetzt perfekt: Ausgerechnet auf der Terrasse, zwei Meter vom Fenster entfernt, baute ein Eichhörnchen ein Nest.

Das Gebilde entstand direkt in einer Lücke zwischen Pfeiler und Dachabdeckung, sodass die Bewohner das Geschehen aus nächster Nähe verfolgen konnten.

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„Mein Mann und ich verfolgten das Geschehen mit Spannung“, versichert Gudrun Kiriczi. Was sollte das werden? Ein Nest direkt am Haus, in kurzer Entfernung zum Fenster? Erst knapste das Eichhörnchen Zweige von einem in der Nähe stehenden Baum ab und brachte es auf den kleinen Absatz. Nach und nach stopfte das Nagetier das Gebilde aus den Zweigen mit Moos aus.

„Jeden Tag sahen mein Mann und ich dann, wie das Eichhörnchen in das gebaute Nest schlüpfte und, wenn es rauskam, sich auf die Stange setzte und sich putzte“, erzählt Gudrun Kiriczi. Hat es dort Junge oder ist das eine Fluchtburg? Das Rätsel löste sich jetzt.

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„Gestern Mittag gingen mein Mann und ich in den Garten und sahen auf der Terrasse vier junge Eichhörnchen liegen. Sie waren wohl gerade aus dem Nest geschubst worden oder gefallen“, erzählt Gudrun Kiriczi. „Wir sahen, wie das Eichhörnchen sich eines der Jungen schnappte und damit hinter unserem Haus verschwand.“ Die Himbergerin sauste zurück ins Haus, holte ihre Kamera, um Fotos aus sicherer Entfernung zu machen. „So ein Ereignis wird es wohl nicht wieder geben“, glaubt Gudrun Kiriczi.

Nach und nach holte das Eichhorn ein Junges nach dem anderen, um seinen Nachwuchs aus der Gefahrenzone in ein anderes Nest zu bringen. „Es war ein Erlebnis zu sehen, wie das Eichhörnchen die Jungen mit den Fängen packte und im Maul platzierte, um sie dann abzutransportieren. Allerdings habe ich das Ersatznest nicht finden können.“

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