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Letzte Honigernte vor dem Winter am Bevenser Lehrbienenstand

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Eckhard Alvermann, Vorsitzender des Imkervereins Bevensen, bei der Honigernte im Lehrbienenstand.
Eckhard Alvermann holt die Rähmchen aus dem Bienenstock und fegt vorsichtig die Bienen ab. © Brand, Theresa

Bevor es losgehen kann mit der letzten Honigernte des Jahres, werden alte Bettlaken auf dem Boden des kleinen Häuschens am Lehrbienenstand ausgebreitet. Erst dann werden die Honigschleuder und das Gestell für die Rähmchen, in denen die Honigwaben sitzen, aufgestellt.

Bad Bevensen – „Falls wir kleckern, müssten wir sonst ordentlich schrubben“, erklärt Eckhard Alvermann, Vorsitzender des Imkervereins Bad Bevensen, und lacht.

Doch um überhaupt an das „flüssige Gold“ zu gelangen, müssen die Honigwaben aus den Bienenstöcken geholt werden. Dafür benutzt der Imker einen sogenannten Smoker, in dem Holzspäne und trockene Kräuter verbrannt werden. Es tut sich die erste Hürde auf: „Ist hier jemand Raucher?“, fragt Alvermann – und er hat Glück, denn einer der zahlreich erschienen Zuschauer reicht ihm sein Feuerzeug. Dann geht es los: Der Smoker qualmt und der Imker wendet sich dem ersten Bienenstock zu. Vorsichtig hebt er den Deckel ab und pustet Rauch hinein.

Für die Bienen bedeutet dieses Signal „Waldbrandgefahr“, sodass sie sich in die Tiefen des Stocks zurückziehen und ihre Honigmägen füllen, um sich auf eine potenzielle Flucht vorzubereiten. Dadurch hat der Imker ein wesentlich geringeres Risiko gestochen zu werden.

Die Rähmchen werden dann ins Haus gebracht und entdeckelt. Dabei wird mit einem Spachtel das Wachs von den mit Honig gefüllten Waben geschabt. Aus dem Bienenwachs können zum Beispiel Kerzen hergestellt werden.

Die Waben kommen dann in die Honigschleuder. Diese dreht sich, sodass der Honig nach außen an die Wand geschleudert wird. „Mittlerweile machen wir das mit einer elektrischen Schleuder“, erklärt Alvermann, denn wenn die Kurbel zu schnell gedreht wird, können die Waben kaputtgehen.

Honig muss täglich gerührt werden

Unten in der Schleuder ist ein Abfluss, aus dem der Honig kommt. Nun muss die klebrige Masse noch durch ein Sieb fließen und abgeschäumt werden – der Schaum, der sich an der Oberfläche abgesetzt hat, wird später an die Bienen zurückgegeben. Dann heißt es warten und rühren, denn in den kommenden 14 Tagen muss der Honig einmal täglich gerührt werden. Tut man das nicht, würde er von den Rändern ab auskristallisieren, wie der Imker erklärt.

Es ist die dritte Ernte in diesem Bienenjahr – und es ist ein gutes Bienenjahr. „Normalerweise ernten wir 30 bis 40 Kilo Honig pro Volk im Jahr, aber dieses mal liegen wir definitiv höher,“ sagt Alvermann. Als Grund dafür vermutet er die verhältnismäßig späte Rapsblüte und die vielen Blühstreifen in der Umgebung.

Insgesamt stehen zur Zeit drei Völker und drei sogenannte Ablegervölker am Lehrbienenstand in Bad Bevensen. Wegen Corona konnten in den vergangenen Jahren keine Besucher kommen, doch heute schauen zum ersten Mal wieder viele Menschen bei der Honigernte zu. Und natürlich darf am Ende auch probiert werden.

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