Erster Tag im Parlament

Bundestagsabgeordnete Anja Schulz (FDP) und Frank Rinck (AfD) berichten von ihrem Start

FDP-Abgeordnete Anja Schulz und Konstantin Kuhle im Plenarsaal des Bundestages.
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FDP-Bundestagsabgeordnete Anja Schulz (FDP) mit ihrem Betreuer aus der Fraktion Konstantin Kuhle im Plenarsaal.
  • Gerhard Sternitzke
    VonGerhard Sternitzke
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Feierlicher Moment mitten in Berlin: Gestern hat sich der neue Bundestag konstituiert. Erst seit diesem Tag gelten auch die 279 neu gewählten Volksvertreter offiziell als Bundestagsabgeordnete, unter ihnen auch Anja Schulz (FDP) und Frank Rinck (AFD). Die AZ hat mit den beiden Abgeordneten aus dem Landkreis Uelzen über ihre ersten Erfahrungen gesprochen.

Berlin/Testorf/Gollern – „Es ist ganz aufregend, wenn man das erste Mal im Plenarsaal sitzt. Es ist eine Ehre dabeizusein“, sagt Anja Schulz. „Es ist sehr viel Presse da, eine Sache, an die man sich erst mal gewöhnen muss.“ Die 35-Jährige berichtet von aufregenden Tagen in der Bundeshauptstadt. Einmal hat sie sich, obwohl es eine Führung für die Neuen gab, im Bundestagsgebäude verlaufen.

Unterstützung von alten Hasen

Unterstützung gibt es von den alten Hasen in der FDP-Fraktion. „Wir haben eine Art Buddy-System, Abgeordnete, die einem alles zeigen und erklären“, erzählt die Abgeordnete aus Testorf. Unterstützt wird sie von Konstantin Kuhle, dem innenpolitischen Sprecher der Liberalen.

Anja Schulz hat bereits ein vorläufiges Abgeordnetenbüro mit Computer und Laptop bezogen. Auch eine Assistentin hat sie schon eingestellt. Welche wissenschaftliche Mitarbeiter sie unterstützen werden, richtet sich dagegen nach den Ausschüssen, in die sie entsandt wird. Ihre Wunschausschüsse sind Arbeit und Soziales aufgrund ihres ehrenamtlichen Engagements oder der Finanzausschuss.

Derzeit ist die frisch gebackene Abgeordnete auf Wohnungssuche in der Bundeshauptstadt. „Wenn man abends nach Hause kommt, will man seine eigenen vier Wände haben und nicht aus dem Koffer leben“, findet die Finanzberaterin. In ihrer Handelsvertretung für einen Schweizer Finanzkonzern wird sie vermutlich eine Vertretung organisieren.

AfD-Abgeordneter Frank Rinck aus Gollern im Plenarsaal des Bundestags.

Auch Frank Rinck, der in Gollern lebt, aber für den Wahlkreis Hildesheim gewählt wurde, muss sich neu im Bundestag zurechtfinden. „Ich sage mal, es ist anstrengend, viel Neues“, berichtet der AfD-Abgeordnete. „Ich habe aber einen ganz guten Orientierungssinn.“ Erfahrene Kollegen aus der Landesgruppe seien da, wenn er Hilfe brauche. Seit Dezember konnte er älteren Abgeordneten über die Schulter schauen, um erste Einblick in die Abläufe des Bundestags zu gewinnen.

Die AZ spricht den 34-Jährigen gestern während einer Pause der konstituierenden Sitzung. „Es ist alles ein bisschen größer als ein Kreistag“, zollt Rinck dem Parlament, dem er nun angehört, Anerkennung. Als gelernter Landwirt will er auf jeden Fall Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft werden.

Scheidende Abgeordnete müssen noch ihre Büros räumen

Auf das eigene Büro muss der Abgeordnete noch bis zur nächsten Woche warten. „Wir beziehen die Büros der scheidenden Abgeordneten, die noch bis zur konstituierenden Sitzung im Amt sind“, erklärt Rinck. Er wird das von Armin-Paul Hampel aus Wriedel übernehmen, der bislang außenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion war.

Auf eine Wohnung in der Bundeshauptstadt wird Rinck zunächst verzichten. Ein Hotelzimmer muss ausreichen. „Ich habe zwei kleine Kinder. Die Bahnverbindung ist hervorragend“, betont der Abgeordnete. Ob er jemanden für sein Lohnunternehmen einstellt oder den Betrieb ruhen lässt, ist noch nicht entschieden.

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