Erster Schultag auf der Baustelle

Während die Handwerker noch voll im Einsatz sind, haben die Schüler das Gebäude gestern wieder in Beschlag genommen.

Bad Bevensen - Von Ines Bräutigam. Gemeinsam mit einem Landkreis-Vertreter und dem Hausmeister ist Christel Auer am Dienstag noch einmal durch das Schulgebäude gegangen und hat festgelegt, was wo noch erledigt werden muss. Denn gestern haben die rund 1900 Schüler ihre KGS in Bad Bevensen am ersten Schultag nach den Sommerferien wieder in Beschlag genommen, und die Schulleiterin wollte sicher gehen, dass alle Fluchtwege frei sind, keine Kabel mehr von Decken hängen, Metallteile herumliegen oder Stolperfallen existieren. Denn die Fritz-Reuter-Schule ist immer noch eine riesige Baustelle.

Schüler und Lehrerkollegium nehmen die Situation aber mit Humor. „Ja, es sieht noch schlimm aus, aber: es war noch viel schlimmer“ ist da am schwarzen Brett im Verwaltungstrakt zu lesen. An anderer Stelle wird mit angeklebten Zetteln auf Raumänderungen hingewiesen, in den Gängen stehen noch Umzugskartons herum und parallel werkeln in abgesperrten Bereichen die Bauarbeiter weiter.

„Das Ganze geht auch noch bis Ostern 2011 so weiter“, sagt Christel Auer, lehnt sich zurück, verschränkt zufrieden die Arme und fügt hinzu: „Und das ist auch gut so.“ Denn ansonsten könnte die größte Schule im Landkreis Uelzen niemals rundum saniert werden. „Das ist nun mal nicht in sechs Wochen Sommerferien zu schaffen“, sagt Auer gelassen.

Hier und da gibt es Einschränkungen, mit denen alle fertig werden müssen: So ist die Schulstraße, ein Durchgang zwischen zwei Gebäudeteilen derzeit gesperrt, Schüler und Lehrer müssen also ums Gebäude herum gehen. Auch bei Regen, wie gestern. Der naturwissenschaftliche Bereich ist auch noch gesperrt – voraussichtlich bis Ende dieses Monats, weil noch nicht fertig. Der Unterricht wird teils in den Fachräumen des Schulgebäudes an der Lindenstraße, teils in anderen Räumen abgehalten. „Das regeln die Kollegen untereinander“, erklärt die Rektorin.

In manchen Räumen fehlen noch die Möbel, die dann aber heute eintrudeln sollen. Und auch die Musikräume sind noch nicht nutzbar. Dafür ist die Mensa aber wieder Mensa – die Handwerker, die sie bislang als Pausenraum nutzen konnten, wurden in einem anderen Raum einquartiert. „Das funktioniert alles“, ist Christel Auer über die bisher gut organisierten Abläufe froh. Man wächst sogar zusammen, „wir kennen mittlerweile die Handwerker alle beim Namen“, schmunzelt die Schulleiterin.

„Wer heute noch nicht verrückt ist, ist einfach nicht informiert“ – mit diesem Zitat von Gabriel Barylli hatte Christel Auer ihren Informationsvortrag über den Stand der Sanierungsmaßnahmen für das Kollegium eingeleitet. Doch auch nachdem alle informiert waren, wurde niemand verrückt. Stattdessen packten die Lehrer kurzerhand mit an und räumten ihr während der Sommerferien leer gefegtes Lehrerzimmer selber wieder ein.

Während die Schüler gestern also ihre neuen Schulbücher bekamen, erfuhren, in welchen Kursen sie gelandet sind oder auch Raum zum Erzählen hatten – „Sonst erzählen sie im Unterricht“, bemerkte Christel Auer augenzwinkernd – ging es im Sekretariat zu wie in einem Taubenschlag: Schüler kamen mit den verschiedensten Anliegen an den Tresen, Fragen mussten beantwortet, Formulare ausgegeben oder neue Anschriften aufgenommen werden. Und mittendrin war immer wieder das gleiche Frage-Antwort-Spielchen zu hören: „Haben wir eigentlich schon dies und jenes?“ „Ja, irgendwo…“

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