Veranstaltungsstätte zog 2016 deutlich mehr Besucher an als ihr Vorgängerbau

Erfolgsbilanz für neues Kurhaus in Bad Bevensen

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Das Bad Bevenser Kurhaus, vom Teich aus gesehen. Kosten und Gestaltung waren zunächst umstritten.

Bad Bevensen. Zu teuer, hässlich, zu wenige Toiletten: Am neuen Bevenser Kurhaus gab es viel Kritik. Ein halbes Jahr nach der Eröffnung im Juni 2016 zieht Gerhard Kreutz, seit Dezember Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM), eine andere, positive Bilanz: „Im ersten halben Jahr im neuen Kurhaus haben wir fast so viele Karten vorverkauft wie in einem ganzen Jahr 2013 im alten Kurhaus.“

Gerhard Kreutz

In Zahlen: 2016 gingen 13 200 Karten im Vorverkauf weg, davon allein 11 400 nach Eröffnung des Neubaus. 2013, im letzten Jahr des alten Kurhauses, waren es 12 200. 2016 wurden mit den „12 Tenors“ (100 Prozent von 499 Plätzen), Rüdiger Hoffmann (99 Prozent) und „Dornröschen“ (97 Prozent) Spitzenwerte erreicht. 2013 wurden maximal 86 Prozent der Karten für 500 Plätze im alten Kurhaus vorverkauft. Bei den guten Zahlen hat sicher auch die Neugierde der Besucher auf das neue Veranstaltungshaus eine Rolle gespielt, räumt Kreutz ein – aber auch die Qualitäten des Neubaus: „Viele Leute sagen: tolle Atmosphäre, tolle Akustik! Und man hat ganz andere Möglichkeiten“, gibt Kreutz zu bedenken.

Im Dezember waren die „12 Tenors“ ausverkauft: Das bedeutete 100 Prozent Auslastung für die 499 Plätze im neuen Bevenser Kurhaus. Der Vorgängerbau verzeichnete 2013, im letzten Jahr vor dem Abriss, eine Auslastung von maximal 86 Prozent.

So war die Zeltbühne 50 Quadratmeter groß, die im alten Kurhaus 60, während jetzt 150 Quadratmeter Bühne mit entsprechender Höhe und Technik zur Verfügung stehen. Dadurch kann Kreutz Shows ins Programm aufnehmen, die bislang in Bad Bevensen nicht gezeigt werden konnten. „Beim Neujahrskonzert im alten Kurhaus saß der größte Teil der Musiker vor der Bühne“, erinnert sich der Veranstaltungsmanager. inen Einbruch brachten die Jahre 2014 und 2015, als das „Zelt im Park“ als temporäres Kurhaus herhalten musste. 7500 beziehungsweise 6500 Karten Karten für die 400 Plätze wurden verkauft – ein Rückgang, der von dem Veranstaltungsmanager erwartet worden war.

Nur vier Damentoiletten, das war der Aufreger kurz nach der Eröffnung des Kurhauses. „Das Problem wurde im Wahlkampf aufgebauscht“, sagt Kreutz heute. „Wir hatten erst zwei Veranstaltungen, wo sich eine kurze Schlange gebildet hat.“

Einen Vergleich zur Hamburger Elbphilharmonie würde Kreutz natürlich nie ziehen: „Aber wir waren schneller im Bau, wir waren günstiger und wir sind als Mehrzweckhalle vielseitiger.“

Von Gerhard Sternitzke

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