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Entscheidung über Auflösung des Kulturvereins Bad Bevensen vertagt

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Von: Jannis Wiepcke

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Hans-Peter Hellmanzik
Vorsitzender Hans-Peter Hellmanzik: „Der Kulturverein hat sich überlebt.“ © Freier Mitarbeiter

Tagesordnungspunkt fünf sorgte für Wirbel: Auflösung des Vereins zum 31. Dezember 2022. Eine schmerzhafte Entscheidung für die Mitgliederversammlung des Kulturvereins Bad Bevensen – doch soweit kam es nicht.

Bad Bevensen - Die Entscheidung über die Auflösung des Kulturvereins Bad Bevensen wurde zunächst vertagt. Eine Arbeitsgruppe wurde ins Leben gerufen. Nach einem informationsreichen Vortrag von Kurgesellschafts-Chef Torsten Krier über die geplanten Investitionen in der Jod-Sole-Therme kam Hans-Peter Hellmanzik auf den Punkt. Er zählte die Gründe für eine Auflösung des Vereins auf. „Der Kulturverein hat sich überlebt. Der Schritt einer Auflösung ist uns schwer gefallen“, sagte der Vorsitzende. „Die Pandemie hat uns nicht das Rückgrat gebrochen, ist aber vielleicht Beschleuniger.“

Er ging auf Kasse, Diskrepanzen und Renommee des Kulturvereins ein. Es sei für ein ausgewogenes, anspruchsvolles musikalisches Angebot gesorgt worden. Es werde jedoch nicht mehr angenommen. Sinkende Abonnentenzahlen, rasante Veränderungen im Besucherverhalten. Das bisherige Konzept trage nicht mehr. Zuschüsse und Zahlen der Abonnenten klaffen auseinander. Dem müsse man Rechnung tragen.

„Ich will keine Beerdigungsstimmung“, betonte Hellmanzik. „Wir haben mit unserer Angebotsvielfalt einen wichtigen, wertvollen und großen Beitrag für unsere Kulturstadt geleistet. Wir können stolz zurückblicken – und die Lichter der Kultur gehen nicht aus.“ Doch bevor es zur Abstimmung kam, gingen die Finger hoch. Es gab Gesprächsbedarf.

„Als Bürgermeister bin ich überrascht und traurig“, sagte Jürgen Schliekau, Beisitzer im Verein. „Wir müssen uns fragen, was verbessert werden kann. Kulturarbeit aufzugeben, ist für mich kein Weg.“ Die BBM sei vornehmlich für die Gäste da, der Kulturverein für die Einheimischen. Und seien die Fördermittel erst mal weg, dann gäbe es kein Zurück. „Die Flinte ins Korn werfen – das sind wir Bevenser nicht.“ Ein Patentrezept habe er natürlich nicht.

Und noch etwas kristallisierte sich heraus. Drei Vorstandsmitglieder hatten keine Einladung erhalten – wofür sich der Vorsitzende entschuldigte – und waren somit gar nicht an der Vorentscheidung beteiligt. Das machte Vorstandsmitglied Gerhard Kreutz, auch BBM-Geschäftsführer, deutlich.

Der Fokus müsse sich ändern – mehr Mitglieder, mehr Ideen. Dabei seien gerade zu Beginn der Spielsaison 3000 Flyer verteilt worden – ohne große Resonanz. Die Diskussion ging hin und her. Endlich der Antrag auf Vertagung, dem sehr eindeutig zugestimmt wurde. Und es bildete sich eine Arbeitsgruppe, die nach neuen Wegen sucht. Klares Schlusswort des Vorsitzenden Hellmanzik: „Der Verein löst sich nicht auf. Ob, wird sich später entscheiden.“

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