Mehrheit bleibt bei Planung

Bürgerprotest im Bevenser Bauausschuss: Entscheidung für Sozialwohnungen

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Die Stadt Bad Bevensen will im Baugebiet In der Hese IV Sozialwohnungen ermöglichen. Eine Verschiebung nach Süden lehnte die Ausschussmehrheit ab. ArchivFoto: Bräutigam

Bad Bevensen – Die Bürger aus dem Baugebiet In der Hese IV und der Siedlung In der Hese III lassen nicht locker.

In der Sitzung des Bevenser Bauausschusses am Dienstagabend machten sie deutlich, dass sie zwar nicht gegen Sozialwohnungen an sich sind, dass sie aber die geplanten Mehrfamilienhäuser ablehnen (AZ berichtete). „Mehr Autos mehr Lärm, mehr Nutzung“, so die Botschaft. Die Zufahrt über den Ignaz-Semelweis-Ring, besitze nicht einmal einen Bürgersteig. Trotzdem sprach sich der Ausschuss gegen die Stimmen von CDU und SPD für den Bebauungsplan aus.

Laut Planung sollen auf der Fläche südlich des Regenrückhaltebeckens auf 6000 Quadratmetern mindestens 60 Prozent Sozialwohnungen entstehen. Mit maximal neun Metern Höhe für zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss seien die Blöcke nicht höher als die zulässige Gesamthöhe der Einfamilienhäuser, betonte Bauamtsleiter Roland Klewwe. „Es soll sich in die Umgebung einfügen.“ Durch das Regenrückhaltebecken gebe es genügend Abstand zu den nächsten Häusern. Zudem dürfe die Länge 27 Meter nicht überschreiten. Die Erschließung über die Ignaz-Semmelweis-Ring sei unproblematisch, das Durchfahren von der Klein Hesebecker zur Röbbeler Straße unattraktiv.

SPD-Ratsherr Andreas Bersiel verteidigte die Notwendigkeit von Sozialwohnungen. „Wir reden über Leute, die in den Krankenhäusern arbeiten, die pendeln müssen, weil sie hier keine Wohnung finden“, erklärte er. Gleichzeitig schlug er vor, die Mehrfamilienhäuser nach Süden, in Richtung Kanal zu verschieben. „Das halbe Leben besteht aus Kompromissen. Noch ist nichts gebaut“, sagte Bersiel unter dem Applaus der 22 Bürger.

Den Vorstoß unterstützte die CDU. „Wir sind bei den Bürgern, die die Grundstücke unter anderen Konditionen gekauft haben“, erklärte Susanne Lühr-Peschke. Stattdessen solle die Stadt einen neuen Platz außerhalb des Baugebiets suchen.

Bauamtsleiter Klewwe warnte dagegen, ein neuer Planungsprozess könne drei bis vier Jahre dauern. „Mit völlig ungewissem Ausgang“, wie Klewwe betonte. Und ob eine Straße durch den Wald genehmigt würde, sei fraglich. Gegen eine Neuplanung und für den sozialen Wohnungsbau sprach sich auch Hans-Bernd Kaufmann (BfB) aus: „Wir sind der Auffassung, dass wir das Problem zügig angehen müssen.“ Bersiels Antrag wurde abgelehnt. „Ich bin froh, wenn die Rentnerin hier in Bad Bevensen eine Wohnung findet und nicht in den siebten Stock steigen muss“, meinte Gabriela Kastens (Grüne). Gabriele Meyer (Grüne) verteidigte die Entscheidung. „Die Sorgen, die die Bürger haben, sind entkräftet worden.“

Kleine Panne am Rande. Die Stadt hat die Einwendungen der Bürger – wie bisher üblich – mit Name und Adresse ins Internet gestellt. Nach Kritik wurden die persönlichen Daten entfernt.

VON GERHARD STERNITZKE

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