Engagement für Asylbewerber: Ehrenamtliche sprechen über Ablehnung und Dankbarkeit

„Endlich konkret etwas machen“

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Günther Harms und Monika Hanke sind regelmäßig ehrenamtlich in der Bad Bevensens Asylbewerberunterkunft in der „Villa im Park“. Am Sonnabend halfen sie bei der Annahme und Verteilung der Spenden in der KGS.

Bad Bevensen. Etwa 700 Hosen und Pullover stapeln sich auf den Tischen. Immer wieder tragen Menschen neue Tüten und Kartons mit Kleidung und Haushaltswaren in den Raum.

Zeitgleich unterhalten sich Männer und Frauen in unterschiedlichen Sprachen, durchsuchen die Kleidungsstücke, probieren Winterjacken an – mehr als 300 warme Mäntel und Wetterjacken hingen Sonnabend an Garderobenständern in der Pausenhalle der Kooperativen Gesamtschule Bad Bevensens (KGS) zur Abholung bereit. „Innerhalb von einer Stunde war die Bude voll“, sagt Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller und schaut sich angesichts der unerwartet großen Resonanz noch immer ungläubig in der Halle um. „Ich hätte nie damit gerechnet, dass so viele Menschen spenden. “.

Gemeinsam mit einem Team von Ehrenamtlichen, das sich regelmäßig in der Bevenser Asylbewerberunterkunft „Villa im Park“ engagiert, hatte Feller kurzfristig die Spendenbörse für Asylbewerber und Bedürftige organisiert – mit „unbürokratischer Hilfe“ von KGS-Schulleiterin Christel Auer, wie Feller betont. Denn die hatte kurzerhand die Räume in der Schule zur Verfügung gestellt. „Ich glaube, es wird Zeit, dass sich langsam auch die leisen Stimmen melden – und nicht nur die Kritiker“, begründet Auer ihr Engagement. Im Kontakt mit Kindern ihrer Sprachlernklasse – die Familien kommen unter anderem aus Syrien, Afghanistan, Iran und Indien – habe sie nicht nur erfahren, dass es im fremden Land an vielem Materiellen fehle. „Da sind ganz individuelle Ängste, denen man nur mit einem Lächeln begegnen kann“, sagt sie. [...]

Von Wiebke Brütt

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