Kritik an Erhebung zum Bedarf / Auswertungsergebnisse nächste Woche

Ganztagsschulen: Eltern von Befragung überrascht

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Bad Bevensen/Ebstorf. Die Tatsache, dass eine Befragung überhaupt stattfindet, begrüßen die Eltern. Denn ob die fünf Grundschulen in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf zu Ganztagsschulen werden oder nicht, hängt maßgeblich von ihrem Votum ab.

Mittagessen, Hausaufgaben, Spiele: Die Eltern der Samtgemeinde Bevensen Ebstorf haben gerade zu entscheiden, wie sie dem Ganztagsangebot gegenüberstehen. Die Fragebögen werden noch ausgewertet.

Doch die Art und Weise, wie die Elternbefragung über die Bühne gegangen ist, hat einige dann doch irritiert und überrascht, wie der Schulelternratsvorsitzende der Himberger Grundschule, Michael Nagel, jüngst den Mitgliedern des Samtgemeinderats in deren öffentlicher Sitzung verdeutlichte. In einem offenen Brief erklärt Nagel, dass man vom Zeitpunkt der Umfrage „überrascht“ gewesen sei. Wie berichtet, hatte die Verwaltung Fragebögen versendet, die von den Eltern jetziger und künftiger Grundschüler zwischen dem 21. November und 4. Dezember beantwortet werden sollten. Er bedauert, das es so kurzfristig keine Informationsveranstaltungen für die Eltern habe geben können. „Den Informationsinhalt des Briefs (...) halten wir für zu gering, hier hätten wir uns ausführlichere Ausführungen gewünscht.“

Doch die, und das betonte Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Kammer im Rahmen der Ratssitzung, seien zum jetzigen Zeitpunkt von der Politik eben nicht gewünscht worden. „Die Politik wollte keine dezidierte Abfrage“, stellte Kammer fest. Und eine möglichst einfache Formulierung der Abfrage sei auch Wunsch der Schulleitungen gewesen, um die Eltern nicht mit komplizierten Details zu überfrachten. Rund 1400 Fragebögen waren verschickt worden.

Michael Nagel befürchtet nun im Namen der Himberger Eltern, „dass nach Bekanntgabe der Umfrageergebnisse seitens des Schulausschusses und der Verwaltung Entscheidungen aus einer nicht repräsentativen Elternbefragung abgeleitet werden“. Man solle die Ergebnisse doch bitte nur als erstes Stimmungsbild nehmen und keine Vorentscheidungen für einzelne Grundschulen daraus ableiten. Samtgemeindebürgermeister Kammer versicherte dem Himberger Elternratsvorsitzenden: „Sie werden nicht ausgegrenzt.“ Man habe zum Thema Ganztagsschulen, wie berichtet, je Schule eine Arbeitsgruppe gebildet, deren Ergebnisse die Politik erst einmal hören müsse. „Was auch immer da herauskommt“, so Hans-Jürgen Kammer. Weder konzeptionell noch baulich sei etwas festgezurrt, betonte er. Nach Auskunft von Samtgemeinde-Sprecher Jörn Nolting sollen bis Freitag auch die letzten ausgefüllten Fragebögen von den Abgabestellen in der Verwaltung eingetrudelt sein. Bis Mitte kommender Woche sollen die Ergebnisse vorliegen. Für das kommende Jahr hat die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf zunächst 100 000 Euro Planungskosten für den Bereich Ganztagsschulen eingeplant. Die gleiche Summe ist auch im Etat 2017 vorgesehen. Für mögliche Baumaßnahmen – denn ohne die wird es nicht gehen – sind in den Jahren 2017 und 2018 jeweils eine Million Euro eingeplant. Man müsse aber überhaupt erst einmal „sehen, welche Investitionen damit verbunden sind“, mahnte Hans-Jürgen Kammer zur Gelassenheit.

Von Ines Bräutigam

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