Einwohner befürchtet undichten Öltank an ehemaligem Bevenser Krankenhaus / Landkreis prüft

Umweltgefahr an Diabetes-Klinik?

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Nicht nur von außen ist die ehemalige Diabetes-Klinik durch Vandalismus beschädigt worden, auch in- nen haben bereits Randalierer ihr Unwesen getrieben, wie mehrfach berichtet. Nun prüft der Land- kreis, was hinter den Vermutungen steckt, auf dem Gelände würde ein Öltank rotten.

Bad Bevensen. „Das ist eine tickende Zeitbombe“, warnte ein Bad Bevenser Einwohner aufgebracht am Donnerstagabend während der Stadtratssitzung.

Auf dem Gelände der ehemaligen Diabetes-Klinik am Bevenser Klaubusch läge ein voller – möglicherweise maroder – Öltank im Erdreich versenkt. „Der Schacht ist offen. Wenn der Tank durchrottet, ist das ganz schnell in der Ilmenau“, sagte er. „Da oben entwickelt sich ein Skandal höchster Güte. “.

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„Wir ignorieren das, so gut es geht“

Zoff um die Nebenkosten

Gestern dann eine erste Entwarnung: „Derzeit besteht keine Gefahr für Mensch und Natur“, erklärte ein Landkreis-Mitarbeiter. Aufgrund des Hinweises am Donnerstagabend hatte die Bevenser Verwaltung den Landkreis verständigt. Dessen Bauamt und die Untere Wasserbehörde werden kommende Woche den Fall genauer untersuchen, wie ein Landkreis-Mitarbeiter gestern gegenüber Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller und Marc Deppe vom Bauamt Bevensen-Ebstorf mitteilte. Gestern hat ein Mitarbeiter des Landkreises Uelzen zunächst den Tank auf dem Gelände am Klaubusch gesichtet und abgedeckt. Laut seiner Aussage steht der Landkreis in regelmäßigem Kontakt mit der Kölner Summit Partners GmbH, dem Besitzer der ehemaligen Diabetes-Klinik. Die Unternehmensgruppe, die sich auf Projektentwicklung spezialisiert hat, hatte die Fachklinik am Bevenser Klaubusch, die 2002 geschlossen wurde, nach mehr als vier Jahren des Leerstands gekauft. Nach zahlreichen Zwangsversteigerungsterminen, die erfolglos blieben, hatte die Kölner Summit Partners GmbH im Sommer 2007 bei 700 000 Euro den Zuschlag erhalten.

2011 machte die Unternehmensgruppe gegenüber der AZ unmissverständlich klar, dass die Bevenser Immobilie ihr ein ungeliebtes Kind ist: „Wir hätten das niemals kaufen sollen“, gab Summit-Geschäftsführer Dr. Udo Schulz zu. „Wir ignorieren das, so gut es geht.“ Der Grund: Zunächst in Aussicht gestellte Fördermittel seien doch nicht geflossen, der Traum von der Umsetzung eines Schulungszentrums mit Dauerresidenzen, an dem Ärzte Veranstaltungen unter anderem zu Prävention und Regeneration durchführen sollten, war geplatzt. Rund fünf Millionen Euro sollten in den Umbau investiert werden und 60 bis 80 Arbeitsplätze entstehen (die AZ berichtete).

Auch heute ist das Gebäude in einem desolaten Zustand – eingeschlagene und verwachsene Fensterscheiben prägen das Bild. Spaziergänger betreten das Privatgrundstück, Kinder und Jugendliche nutzen das Gelände und Haus als Abenteuerspielplatz. Im Internet berichten Fotografen von Entdeckungstouren und Neugierige von „Geocaching-Touren“ – also einer Art GPS-Schnitzeljagd–, die sie auf das Gelände der ehemaligen Diabetes-Klinik geführt hätten.

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