Entwurf für Regionale Raumordnung betrifft Kurstadt bei Bahn, Windkraft und A 39

Einwand gegen drittes Gleis

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Der Ausbau der Bahnstrecke Hamburg-Uelzen würde den Kurort Bad Bevensen und seine Bewohner betreffen – denn ein zusätzliches, drittes Gleis braucht Platz.

Bad Bevensen. Welche Strukturen sollen sich in der Region entwickeln? Welche Räume für welche Nutzung festgelegt werden? Und welche Ziele verfolgt die Region für ihre Flächen und mit ihnen? All diese Fragen soll das sogenannte Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) beantworten.

Der Landkreis Uelzen hat seinen aktuellen Entwurf dafür jetzt vorgelegt und den Kommunen für Stellungnahmen überlassen. Die Stadt Bad Bevensen ist gleich in mehreren Bereichen von den geplanten Raumordnungen deutlich betroffen – und zu manchen Punkten werde sie auch entsprechend Stellung nehmen, kündigt Bürgermeister Martin Feller an.

Die Kurstadt ist im Entwurf des RROP als Standort „mit der besonderen Entwicklungsaufgabe Erholung“ sowie „mit der besonderen Entwicklungsaufgabe Tourismus“ festgelegt. Außerdem nimmt sie die Sicherung und Entwicklung von Wohnstätten sowie von Arbeitsstätten wahr. Alle Einrichtungen, die für diese Bereiche von Bedeutung sind, sollen daher gesichert und geschützt werden, heißt es. Darüber hinaus wurde dem sogenannten Grundzentrum Bad Bevensen „mittelzentrale Teilfunktionen in den Aufgabenbereichen Tourismus, Erholung, Gesundheit und Kultur“ zugewiesen. So viel zum Grundsätzlichen.

Aufhorchen lässt die Bad Bevenser allerdings folgende Passage im RROP-Entwurf: „Zur weiteren Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Fernverkehrsnetzes, insbesondere auch für die Hafenhinter-landverkehre, ist der Ausbau der Haupteisenbahnstrecke Hamburg-Hannover erforderlich. Daher ist die Errichtung eines durchgängigen 3. Gleises erforderlich.“

Für Bürgermeister Feller bedeutet dies „ein starkes Spannungsfeld“, denn schon jetzt befürchten vereinzelte Bürger, wie berichtet, Enteignungen entlang der Bahnstrecke, um Platz für ein drittes Gleis zu schaffen. „Wir sehen das kritisch“, so Feller, „und wir werden dagegen auch Einwendungen vorbringen.“

Bedenken gibt es auch in Bezug auf die Festlegungen zur geplanten A 39. Sie soll laut RROP „zügig realisiert werden“. Grundsätzlich stimme die Stadt Bad Bevensen dem Bau der Autobahn auch zu, sagt Martin Feller, die Trassenführung zwischen den Ortsteilen Groß Hesebeck und Röbbel lehne man aber ab. Auch eine Abschnittsbildung, die dazu führen würde, dass der von der Autobahn abfließende Verkehr durch die Kurstadt rollt, werde von den Bevensern strikt abgelehnt.

Auch wenn es um die Ausweisung von Flächen für Windkraftanlagen geht, ist die Stadt Bad Bevensen deutlich betroffen. Allerdings werde man hierzu, so kündigt Martin Feller an, keinerlei Stellungnahmen an den Landkreis abgeben. Für den grünen Bürgermeister hat das unter anderem einen Grund: „Wenn wir uns dafür stark machen, dass wir in der Kurstadt Geothermie nutzen wollen, dann ist es nur selbstverständlich, dass wir auch für Windkraft sind.“

Folgende Windkraftstandorte sind im Entwurf des RROP auf dem Gebiet der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf vorgesehen:

• 53,3 Hektar westlich der der Bundesstraße 4 zwischen Seedorfer Kreuz und Barumer Kreuz, etwa 1000 Meter nördlich von Barum.

• 54,7 Hektar bei Bohndorf und Aljarn, etwa 1000 Meter nördlich von Aljarn.

• 56,5 Hektar zwischen Römstedt und Secklendorf, etwa 1000 Meter östlich von Secklendorf.

• 98,1 Hektar an der Bundesstraße 4 zwischen Tätendorf und Emmendorf (in nördlicher Nachbarschaft zu dem bereits dort bestehenden Windpark).

• 43,4 Hektar bei Himbergen, etwa 1000 Meter östlich von Groß Thondorf.

• 276 Hektar zwischen Wriedel und Hanstedt I, etwa 1000 Meter östlich von Holthusen I.

• 158 Hektar zwischen Stadorf und Gerdau.

Von Ines Bräutigam

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