Unmut bei Telekom-Kunden in Bad Bevensen / Stromausfall in Betriebsstelle

Netzausfall: „Einige sind richtig sauer“

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Dieses Bild kennen Nutzer mancher Router der Telekom seit Tagen nur allzu gut. In Bad Bevensen, aber auch in Ebstorf und Bienenbüttel waren gestern immer noch viele Telekom-Kunden ohne Internet.

Bad Bevensen. „Ich habe keine Probleme mit dem Internet. Ich habe nämlich gar keins – und das schon seit drei Tagen nicht mehr. “ Christel Auer versucht gestern, die Situation mit Humor zu nehmen.

Doch eigentlich ist der Rektorin der Fritz-Reuter-Schule (KGS) in Bad Bevensen gestern gar nicht zum Scherzen zumute, denn seit Dienstag sitzt die Schule internettechnisch gesehen auf dem Trockenen. Und so wie sie viele weitere Telekom-Kunden in Bad Bevensen.

„Am Dienstag gegen 15 Uhr ging es los, da war das Internet weg“, berichtet Mario Albrecht auf AZ-Nachfrage. Der Chef des Bevenser EDV-Centers konnte sich von da an kaum noch vor Anfragen von ratlosen Internet-Nutzern retten. „Wir haben hier etwa 50 Leuten, die ihre Probleme gemeldet haben“, schildert er gestern Vormittag die Situation. Auch aus Ebstorf und Bienenbüttel. Erst hätten bei ihnen Telefon und Internet nicht mehr funktioniert, dann sei das Telefon wieder da gewesen. Doch das Internet blieb tot. „Es ging höchstens mal minutenweise.“

Der bundesweite Telekom-Störfall vom Montag scheint nicht allein Ursache dafür zu sein. Eine Sprecherin der Telekom in Frankfurt/Main informiert gestern auf AZ-Nachfrage: „Grund für die Störung ist ein Stromausfall in der Betriebsstelle.“ Bei den Betriebsstellen, auch Vermittlungsstellen genannt, handelt es sich um zentrale Knotenpunkte der Telekom-Netzinfrastruktur. Sämtlicher Sprach- und Datenverkehr aus den Festnetz- und Mobilfunk-Verbindungen fließt über diese Hightech-Standorte, von denen die Telekom in Deutschland mehrere Tausend betreibt. „Der technische Service ist vor Ort und arbeitet bereits mit Hochdruck an der Behebung.“ Wann allerdings mit der Behebung der Ausfälle zu rechnen sei, konnte die Sprecherin noch nicht sagen.

Unterdessen versuchen Mario Albrecht und viele weitere Unternehmer in und um Bad Bevensen, ihre Geschäfte aufrecht zu erhalten. „Alles läuft heute übers Internet“, sagt Albrecht, „und einige sind richtig sauer, denn bei denen steht der Betrieb still.“ Ob Bestellungen oder Kundenanfragen – der Weg führe in den meisten Fällen via E-Mail ins Internet. Auch an Kundenverwaltungsdaten komme man nicht heran, wenn die in einer sogenannten Cloud lägen.

Viele hätten bei der Telekom ihre Probleme vorgetragen und hätten sich hingehalten gefühlt, berichtet Mario Albrecht. „Ihnen wurde mitgeteilt, es gebe keine Störungen und es müsse an deren Fritz-Boxen liegen. Wenn das mal ein Einzelner sagt, mag das ja sein. Aber es sind eben jetzt viele...“ Außerdem habe er alles durchgetestet, neue Rechner angeschlossen und unterschiedliche Router ausprobiert. „Aber die Synchronisation zur Vermittlungsstelle kommt nicht zustande“, erläutert Mario Albrecht. Er wickelt jetzt das Wichtigste über sein Smartphone ab.

Etwas anderes bleibt auch Christel Auer nicht übrig. „Die Stellenzuteilung läuft derzeit“, sagt die Schulleiterin der mit knapp 2000 Schülern größten Schule im Landkreis. Die Einteilung der Lehrkräfte zur Unterrichtsversorgung werde ebenfalls über E-Mail kommuniziert. Und das muss die Rektorin zurzeit über ihr Handy organisieren.

Von Ines Bräutigam

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