Fraktion „Bürger für Bad Bevensen“ spricht sich gegen Neubaugebiet an der Ebstorfer Straße aus

„Eingangspark“ erhalten

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Attraktive Sichtachse: In seinem Gutachten aus dem Jahr 2007 nennt Prof. Dr. Walter Ackers als „prägnante Elemente“ am Eingangstor von Seiten der Ebstorfer Straße die Sichtachse „Lichtung, Baumallee, alte Industriekulisse“. Die BfB fordert, dass diese Raumordnung erhalten bleibt und das Grundstück, das auf der Grafik als Lichtung beschrieben ist, möglichst nicht bebaut wird.

Bad Bevensen. Der Bad Bevenser Immobilienmarkt ist in Bewegung: Die historische Post wurde verkauft und soll zu einem barrierefreien Begegnungszentrum werden, die ehemalige Diabetes-Klinik am Klaubusch hat den Besitzer gewechselt und in dem seit Jahren leer stehenden Medinger Hotel „Vier Linden“ laufen die Umbauarbeiten.

Im Bäckergang und Am Krummen Arm entstehen Eigentumswohnungen. Die Grundstücke im Neubaugebiet am Britzenberg sind bereits verkauft, für geplante Neubaugebiete – wie die Benecke-Wiese und das Areal gegenüber der ehemaligen Villa am Park – gibt es Wartelisten. In Bevensen wird so viel gebaut, wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr – eine Entwicklung, die nicht nur Jubelstürme auslöst. So warnt die Fraktion Bürger für Bad Bevensen (BfB) vor der Einrichtung weiterer Neubaugebiete: „Es werden weitere Flächen versiegelt, obwohl der demografische Wandel zu sinkenden Einwohnerzahlen führt“, sagt Vorsitzende Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka.

Vor allem der Bebauungsplan „West II“, unter diesem Titel führt die Stadt das Areal gegenüber der „Villa am Park“ an der Ebstorfer Straße, ist der BfB ein Dorn im Auge. Anfang des Monats hatte der Verwaltungsausschuss, der nicht öffentlich tagt und dem Hendel-Andabaka angehört, entschieden, dass das Gelände am westlichen Stadtrand als Wohngebiet ausgewiesen werden soll. Die Unterlagen zu dem künftigen Baugebiet liegen bis zum 31. März im Bevenser Rathaus aus.

Neben dem demografischen Wandel ist die touristische Wirkung für Hendel-Andabaka ein weiteres Argument gegen die Bebauung des stadteigenen Areals: „Die landschaftlich reizvolle Eingangssituation von der Bundesstraße 4 über die Ebstorfer Straße in das Zentrum von Bad Bevensen sollte erhalten bleiben“, betont die Fraktionsvorsitzende mit Hinweis auf ein Stadtentwicklungskonzept aus dem Jahr 2007. In seinem von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten charakterisierte Architekt und Stadtplaner Prof. Dr. Walter Ackers das Einfahrts-tor über die Ebstorfer Straße nach Bevensen hinein, als „ansprechend“. Als „prägnante Elemente“ nennt der Diplom-Ingenieur „eine Raumfolge – Lichtung, Baumallee, alte Industriekulisse“, die „den Gast direkt in die Innenstadt mit einer langen Sichtbeziehung auf den Turm der Dreikönigskirche“ führt. „Dieser Weg führt den Gast auf direktem Weg zum Zentrum mit der Fußgängerzone Lüneburger Straße“, heißt es im Gutachten. Durch Pflegemaßnahmen könne der Empfangsraum im Sinne eines „kleines Eingangsparks“ gestaltet werden. Die BfB fordert, dass vor der Ausweisung neuer Baugebiete eher Gebäudeleerstand und Baulücken im Innenstadtbereich in den Fokus genommen werden. Die Fraktion schlägt damit in die gleiche Kerbe wie die Mehrheitsgruppe (SPD/WBB/Grüne) des ´Rates: Die Politiker hatten per Antrag gefordert, dass ein Leerstandskataster für Bad Bevensen erstellt wird.

Von Wiebke Brütt

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