Eine Stunde später offen?

Badevergnügen ab 9 Uhr? Die Kurgesellschaft überlegt, die Öffnungszeiten um eine Stunde nach hinten zu verlegen. Foto: Ph. Schulze

Bad Bevensen. Etwa 85 Prozent aller Thermen in Deutschland öffnen um 9 Uhr, weiß Uwe Winter. Doch nicht nur deshalb wird auch in Bad Bevensen zurzeit darüber nachgedacht, die Öffnungszeiten von 8 auf 9 Uhr zu ändern, sagt der Geschäftsführer der hiesigen Kurgesellschaft.

Vor allem die Besucherzahlen sind es, die solche Überlegungen erfordern: „Zwischen 8 und 9 Uhr sind pro Tag durchschnittlich 48 Leute im Thermalbad“, rechnet Winter vor, „das ist ein finanzielles Fiasko.“

Die Öffnungszeiten ab 8 Uhr mögen noch aus der Zeit stammen, in der die klassische Kur noch im Mittelpunkt stand. „Da haben viele Anwendungen um 8 Uhr begonnen“, weiß Winter. Das Kaufverhalten habe sich im Laufe der Jahre aber gründlich geändert.

Eine Ausnahme könnte bei der anvisierten Änderung der Öffnungszeiten der Sonntag bilden. Dann nämlich seien von 8 bis 9 Uhr die meisten Gäste in der Therme. „Das ist alles aber noch nicht endgültig entschieden“, betont Uwe Winter, „da müssen noch Gespräche geführt werden.“

Intern werde vor allem noch für den Bereich der Sauna geklärt, ob eine Öffnungszeit von derzeit 9 Uhr auf 10 Uhr oder als Kompromiss 9.30 Uhr sinnvoll ist. Auch hier ist eine Ausnahme für den Sonntag in der Diskussion.

Derlei Überlegungen lassen manche Saunagänger bereits die Ohren spitzen: So hat Edgar Reese, regelmäßiger Besucher des Balneums, Unterschriften bei weiteren Besuchern gesammelt. Das Ergebnis: An zwei Tagen unterschrieben 43 Saunagäste. „Zwei Drittel der unterzeichnenden Gäste gaben zu verstehen, dass bei einer Änderung der Öffnungszeiten ein Saunabesuch für sie nicht mehr in Frage käme“, so Reese.

Seine Beobachtungen hätten außerdem ergeben, dass vor allem ab 10 Uhr zahlreiche Saunagäste eintreffen – teilweise sogar mit Bussen – und wegen der eingeschränkten Öffnungszeiten dann eine Überfüllung der Saunakabinen zu erwarten sei. Mit dem Wohlgefühl sei es dann zumindest vorbei, befürchtet Edgar Reese. „Dieser sicherlich nicht erstrebenswerte Zustand läuft dem Interesse nach Entspannung und gesundheitlicher Erholung diametral entgegen“, meint er. Ihren Unwillen haben die Saunagänger auch schon bei Bürgermeister Bruno Losiak und Stadtdirektor Knut Markuszewski kund getan, so Reese.

Das letzte Wort ist in der Sache noch nicht gesprochen, sagt Uwe Winter auf Nachfrage der AZ, es werde noch diskutiert. „Aber die Zahlen sprechen Bände.“

Von Ines Bräutigam

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