Seit 24 Jahren leitet sie die MS-Gruppe: Waltraud Schulze mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet

Eine Arbeit, die beispielhaft ist

Waltraud Schulze aus Bad Bevensen ist engagierte Leiterin der Multiple-Sklerose-Gruppe Uelzen/Bad Bevensen, gibt vielen Kraft, gewinnt dem Leben mit der Krankheit positive Seiten ab – für ihr Engagement wurde sie gestern ausgezeichnet. Foto: Ph. Schulze

Bad Bevensen/Uelzen. „Die Spannung steigt“, begrüßte Theodor Elster gestern Vormittag die Gäste im Sitzungssaal des Uelzener Kreishauses, „aber wir alle wissen, dass es gut ausgeht“, fügte der Landrat launig hinzu. Besonders gut ging es für Waltraud Schulze aus.

Der Bevenserin wurde nämlich gestern in einer Feierstunde, zu der auch ihre Familie, Wegbegleiter und Mitstreiter gekommen waren, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Waltraud Schulze erhält diese Würdigung für ihren unnachahmlichen Einsatz, mit dem sie seit 24 Jahren die Multiple-Sklerose(MS)-Gruppe Uelzen/Bad Bevensen leitet. 1984 hatte die Bevenserin die Gruppe mit gegründet und in all den Jahren Vorbildliches geleistet – zumal sie selber von der Krankheit betroffen ist. Eine Lage, so Elster, in der manch andere Menschen sich lediglich selber helfen lassen würden.

„Wir wollen mit dieser Auszeichnung unterstreichen, dass diese Arbeit beispielhaft ist“, betonte Landrat Theodor Elster. Eine Arbeit, mit der Waltraud Schulze bereits in ihrem Beruf als Krankenschwester in Kontakt gekommen war. Zuletzt arbeitete sie als Stationsschwester auf der Intensiv- und Neurologischen Station im Hamburgischen Krankenhaus Bevensen.

Dem Leben positive Seiten abgewinnen, nicht die krankheitsbedingten Defizite in den Vordergrund stellen, sondern auf die eigenen Stärken zu blicken, Mut zu geben, auch Kraft zu schöpfen – all diese Dinge hat Waltraud Schulze für sich und andere stets im Blick. Die MS-Gruppe sei „eine große Familie“ geworden, so Elster, „und Sie haben sie zu dem geformt, was sie heute ist“, bescheinigte er Waltraud Schulze.

In der Multiple-Sklerose-Gruppe gehe es nicht darum, über die Krankheit zu klagen, sondern darum, mit ihr zu leben. Mit viel Charme und Energie habe die Bevenserin viel geleistet. „Daran kann sich Jede und Jeder im Landkreis Uelzen ein Beispiel nehmen“, betonte Theodor Elster, der Waltraud Schulze einmal ganz fest drückte, nachdem er ihr die Verdienstmedaille ans Revers geheftet hatte.

Auch die Samtgemeinde Bevensen ist stolz auf eine solche Bürgerin, betonte Samtgemeindebürgermeister Knut Markuszewski, der gemeinsam mit Bürgermeister Bruno Losiak zur Ehrung nach Uelzen gekommen war. Waltraud Schulze sei für viele Menschen hilfreich tätig und ein Vorbild für viele jüngere Menschen, so Markuszewski. „Und das sage ich aus echter Überzeugung, weil ich um ihre Arbeit weiß.“

Waltraud Schulze nahm die anerkennenden Worte dankend an, gab das Dankeschön aber auch an ihre zahlreichen Mitstreiter und Unterstützer weiter. „Ich habe diese Medaille nicht allein bekommen“, sagte sie, denn ihre Familie, die Ehrenamtlichen, der Round Table Uelzen und vor allem auch die vor einigen Jahren verstorbene Hannelore Ehlers hätten maßgeblich dazu beigetragen, dass die Gruppe Ausflüge, Vorträge und andere Veranstaltungen anbieten kann.

„Wir haben diese Medaille alle zusammen bekommen“, stellte Waltraud Schulze fest, „und wir sind froh, dass wir im Landkreis Uelzen so getragen werden – von Rosche bis nach Ebstorf. Denn es ist das Miteinander – deshalb kann man das überhaupt so viele Jahre lang machen.“

Von Ines Bräutigam

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