Möllerstraße bleibt in beide Richtungen befahrbar – Bauausschuss lehnt Antrag der WBB/FDP ab

Einbahnstraße ausgebremst

+
Auf der Möllerstraße wird zu schnell gefahren – und eine Eine Einbahnstraßenregelung könnte helfen, findet WBB/FDP-Gruppe. Ein Antrag dazu wurde aber nun im Bauausschuss abgelehnt.

Bad Bevensen. „Da kann man gar nicht schnell fahren.“ Für Birgit Ahders (SPD) war die Sache jetzt im Bauausschuss der Stadt Bad Bevensen völlig klar: An der Möllerstraße gibt es keinen Bedarf, eine Einbahnstraßenregelung einzuführen.

Aus ihrer Sicht gibt es dort weder Geschwindigkeits- noch andere Verkehrsprobleme. Die WBB/FDP-Gruppe im Stadtrat sieht das allerdings komplett anders.

Die Gruppe hatte einen Antrag gestellt, wonach die Möllerstraße in Richtung Ebstorfer Straße zur Einbahnstraße werden solle. Um es vorwegzunehmen: Er wurde abgelehnt. Doch als die Möllerstraße im vergangenen Jahr Umleitungsstrecke für eine Baustelle andernorts in der Stadt gewesen sei, und zwar als Einbahnstraße, habe sich das bewährt, stellte Dr. Johann Henrich Vietor (WBB) fest. Außerdem habe seine Gruppe eine Befragung bei den Anwohnern unternommen: 39 Haushalte seien befragt worden, 21 von ihnen hätten sich zurückgemeldet – eine Rückmeldung war negativ, die anderen 20 hätten sich für eine Einbahnstraße ausgesprochen.

Eckhard Warnecke (CDU) vermisste bei diesen Zahlen jedoch die Aussagekraft der Datenerhebung: 20 Befürworter bei insgesamt 39 Haushalten – „da haben gerade mal 50 Prozent geantwortet“, gab er zu bedenken. Auf dieser Grundlage eine Entscheidung zu treffen, war ihm einfach zu dünn. Vietor hingegen maß den ausgebliebenen Rückmeldungen wenig Gewicht bei. Sie hatten ja die Möglichkeit zu antworten“, meinte er – und erntete dafür so manch staunenden Blick von den Ausschussmitgliedern und aus der Zuhörerschaft.

Bauamtsleiter Roland Klewwe gab zu bedenken, dass eine Einbahnstraßenregelung kein wirkungsvolles Mittel sei, um Tempo zu reduzieren. Vielmehr werde diese Option dann genutzt, wenn es darum gehe, Verkehrsströme zu lenken. Und: „Den Anliegern“, betonte Klewwe, „muss klar sein, dass eine Einbahnstraßenregelung den Verkehr beschleunigt.“ Außerdem würden die Fahrzeuge in andere Bereiche verdrängt – in diesem Falle sehr wahrscheinlich auf die Straße Am Rießel. Es fehle schlichtweg das Konzept für eine solche Maßnahme. „Das ist generell keine gute Lösung“, riet der Bauamtsleiter ab.

Dr. Johann Henrich Vietor wollte sich dennoch nicht so schnell geschlagen geben. Wieso denn überhaupt die Anlieger der Möllerstraße die Verkehrsbelastung allein tragen müssten? Könnten doch diejenigen Am Rießel auch etwas abbekommen. Wieder staunende Blicke und Raunen in der Zuhörerschaft. Roland Klewwe mahnte indes, „die subjektiven Eindrücke“ bitteschön „zu objektivieren“.

Der Eindruck der meisten Ausschussmitglieder zumindest schien zu sein, dass an den Seiten der Möllerstraße so viele Autos parkten, dass dort ein überhöhtes Tempo schlichtweg nicht möglich sei. Birgit Ahders sah auch die Gefahr, dass Anlieger anderer Straßen in Bad Bevensen ähnliche Wünsche haben könnten und mit einer Entscheidung im Fall der Möllerstraße Begehrlichkeiten geweckt werden könnten.

Von Ines Bräutigam

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare