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Umweltpreis der Stadt Bad Bevensen für Michael Mantels Naturgarten

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Michael Mantel beim Pflanzen.
Michael Mantel (44) sieht die Gartenarbeit als Ausgleich zur Schreibtischtätigkeit. Für seinen naturnahen Staudengarten in Medingen erhält er den Umweltpreis der Stadt Bad Bevensen. Er teilt ihn sich mit der Kirchengemeinde Bevensen. © Privat

Kein englischer Rasen, keine finsteren Eibenhecken, keine zugepflasterten Flächen: Der Garten von Michael Mantel sieht anders aus als die meisten Grundstücke im Land. Der Medinger arbeitet mit der Natur und nicht gegen sie.

Medingen/Bad Bevensen – Und in seinen Staudenteppichen gibt es die ganze Vegetationsperiode über Nahrung für Insekten. Aus Sicht des Bad Bevenser Stadtrats ist sein Naturparadies ebenso wie das Projekt für mehr Artenvielfalt auf dem Friedhof der Kirchengemeinde Bevensen (AZ berichtete) vorbildlich. Beide teilen sich den Umweltpreis der Stadt.

Seit dem vergangenen Frühjahr hat Mantel das 900 Quadratmeter große verwilderte Grundstück seines Vermieters am Weinberg umgestaltet. Er hat Bäume gefällt und Brombeeren ausgegraben und an deren Stelle unzählige Stauden gepflanzt, die übers Jahr verteilt blühen. Mit den anfallenden Ästen und Zweigen hat der 44-Jährige sogenannte Benjeshecken angelegt, in denen der Igel und manches Getier Unterschlupf findet. Auch das Laub darf liegen bleiben.

Natur und Mensch sind gleichberechtigt

„Es ist der Reiz, dass Natur und Mensch gleichberechtigt sind“, erklärt Michael Mantel. Es gibt einen Sitzplatz, eine Feuerstelle und eine kleine Wiese fürs Picknick im Grünen, aber es bleibt viel Lebensraum für andere Lebewesen. So fühlen sich Igel, Blindschleichen und Weinbergschnecken in dem Gartenparadies wohl. Und Insekten finden reichlich Lebensraum in abgestorbenen Stängeln.

„Rasen bietet keinen Lebensraum“, betont der Illustrator, der in Bad Bevensen aufgewachsen ist. „Ich will zeigen, dass es auch anders geht.“ Was jeder Einzelne für die Artenvielfalt tun kann, zeigen die Relationen. Alle Gartenflächen zusammengerechnet, sind viermal so groß wie alle Naturschutzgebiete. „Wenn alle was tun in ihren Gärten, ist der Natur geholfen“, findet Mantel. Mit einer Wildblumenmischung aus der Tüte und einem Insektenhotel ist es allerdings nicht getan, zumal die schönen Blumen im nächsten Jahr nicht wiederkehren.

Naturnah und pflegeleichtt

Hauptargument für die Rasen- und Schotteröde ist der Arbeitsaufwand. Der Hobbygärtner hält dagegen: „Der Staudengarten braucht mehr Zeit zum Anlegen, aber dann ist er sehr pflegeleicht“, berichtet Mantel. „Im Frühjahr ein bisschen schneiden und Kompost.“ Während andere jeden Abend Schläuche schleppen und am Wochenende den Rasen mähen, kann Mantel seinen Naturgarten genießen. Die ausgewählten Arten sind trockenheitsresistent. „Die Natur sorgt für sich selbst.“

Dieses Jahr will Mantel auch etwas Gemüse anbauen. Die Gartenarbeit ist für ihn der Ausgleich für die Schreibtischtätigkeit. „Besser als ein Fitnessstudio.“

„Gerade angesichts von Schottergärten lädt dieses Beispiel zum Nachmachen ein“, hob Ratsfrau Elke Benecke (Grüne) im Stadtrat hervor. Mantel führt gerne Interessierte durch sein Naturparadies. Beide Projekte werden mit jeweils 500 Euro ausgezeichnet.

Info: https://mantelswurzeln.jimdofree.com.

Lebensraum Friedhof

Die evangelische Kirchengemeinde Bad Bevensen wurde für die Förderung der Artenvielfalt auf dem Bevenser Stadtfriedhof ausgezeichnet. 6000 Blumenzwiebeln wurden gesteckt, 70 Gehölze gepflanzt und zahlreiche Nisthilfen aufgehängt (AZ berichtete). Dabei brachten sich Kirchenvorstand und Kirchengemeindemitglieder, die Jugendfeuerwehr und die Rentnergruppe Röbbel ein. Voraus ging ein Biodiversitäts-Check. Die Landeskirche förderte das Projekt.

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