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Ein Fest rund um das Landleben im Jahrmarkttheater Bostelwiebeck

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„Village Play“-Aufführung in Ungarn.
„Village Play“, die Mitmachaktion über das Landleben, ist ein internationales Projekt. In Ungarn wurden bei der Aufführung auch Melonen verkauft. In Bostelwiebeck geht es mit einem Kennenlernabend los. © Privat

Im Prinzip funktioniert Theater immer auf die gleiche Weise: Ein Autor denkt sich eine Geschichte aus, eine Theatergruppe bringt sie auf die Bühne, das Publikum darf zuschauen, allenfalls seine Zustimmung durch Klatschen kundtun. Bei „Village Play“ – wörtlich übersetzt Dorfspiel – ist das anders.

Bostelwiebeck – Anja Imig und Thomas Matschoss vom Jahrmarkttheater Bostelwiebeck suchen jetzt gemeinsam mit der bildenden Künstlerin Antje Schiffers und der Kuratorin Katalin Erdödi aus Budapest Dorfbewohner, die ihre Geschichten einbringen und, wenn sie wollen, auch an der Aufführung mitwirken können.

„Wir hören erst mal zu“, stellt Thomas Matschoß klar. „Das Ganze ist ein Zusammenkommen, Gemeinsamkeit und gemeinsames spielerisches Nachdenken, was das Leben auf dem Land ausmacht.“ Gesucht werden sowohl Alteingesessene als auch Zugezogene, Alte und Junge, Menschen aus verschiedenen Berufen, die etwas zu erzählen haben.

Dorfbewohner erzählen Geschichten

Was prägt das Leben auf dem Land? Wie sieht ein gutes Leben für sie aus? Welche Rolle spielt Gemeinschaft? Wem gehört was – die Geschichten, der Wald, die Wege, das Land? Das sind Fragen, über die die Theatermacher mit den Teilnehmern sprechen möchten.

Aus den Geschichten, aus den Problemen, den Gemeinsamkeiten formt das Theater schließlich ein Stück, das im September aufgeführt wird. Wobei Matschoß lieber nicht von einer klassischen Theateraufführung, sondern von einem Fest spricht. „Wir werden das Landleben feiern – in allen seinen Formen“, kündigt er an.

Wer will, kann eine Rolle spielen, Musik machen, Kulissen bauen

Und auch dabei sind die Dorfbewohner eingeladen mitzumachen. Wer möchte, kann eine Rolle spielen, Musik machen, Kulissen bauen oder Kostüme nähen – Theater zum Mitmachen, nicht nur zum Konsumieren.

Der englische Titel „Village Play“ zeigt an, dass es sich um eine internationales Aktion handelt. Weitere Projekte laufen in Porto do Son in Spanien und im ungarischen Nagykamarás. So geht es auch darum, was ländliche Regionen in Europa verbindet, was man von den Erzählungen vom ungarischen Melonenanbau oder von galizischen Netzflickerinnen lernen kann.

„Eines haben wir schon erfahren: An der spanischen Atlantikküste ist die Meinung weit verbreitet, nur dort müssten auf Weisung der EU Windkraftanlagen gebaut werden, damit es für die deutsche Industrie genug Strom gibt“, berichtet Matschoß. „Wir haben einander viel zu erzählen.“

Ein Kennenlerntreffen findet am Sonnabend, 30. April, um 15 Uhr auf dem Gelände des Jahrmarkttheaters Bostelwiebeck, bei schlechtem Wetter im Theater statt. Am 3. September wird „Village Play“ dann gemeinsam aufgeführt.

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