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Ein Auto für Mia aus Himbergen

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Mia im Rollstuhl mit ihrer Mutter Manuela Wellmann.
Mia (9) mit ihrer Mutter Manuela Wellmann. Für einen größeren Rollstuhl braucht sie ein Großraumfahrzeug. © Sternitzke

Ihr Lieblingsfach ist Sport. An den Spielen nimmt Mia, die die dritte Klasse der Grundschule Altenmedingen besucht, im Rollstuhl teil. Ihre Hausaufgaben tippt sie teilweise in den Computer. Ihre Mutter Manuela Wellmann tut alles dafür, dass ihre Tochter so normal wie möglich aufwachsen kann. Doch es gibt viele Hindernisse.

Himbergen – Das Auto hat im August den Geist aufgegeben. Und für den neuen Rollstuhl der Neunjährigen braucht sie ein Großraumfahrzeug. Den Umbau für die Rampe würde das Sozialamt bezahlen, aber den VW Caddy kann sich die alleinerziehende Kindergarten-Servicekraft nicht leisten. Ihre Cousine Jessika Lüdemann hat deshalb eine Spendenaktion gestartet, um die 22 450 Euro aufzubringen.

Mutter kämpft um Leistungen, die Mia zustehen

„Man hat es eh schon nicht so leicht und dann ist das für selbstverständliche Dinge ein Kampf“, berichtet Manuela Wellmann. Um alle Leistungen, die ihrer mehrfach körperlich eingeschränkten Tochter zustehen, muss die 37-Jährige kämpfen, ob es ein Pflegebett ist oder der neue elektrische Rollstuhl, der von der Krankenkasse erst nach einem Papierkrieg genehmigt wurde – obwohl Mia in dem zu klein gewordenen Modell schon unter Knieschmerzen leidet und Manuela Wellmann das Heben schwerfällt.

„Der neue Rollstuhl gibt ihr mehr Selbstständigkeit“, erklärt Manuela Wellmann. „Sie kann sich damit allein im Dorf bewegen.“ Mia macht vor, wie die Steuerung über einen Sensor in der Brille funktioniert: Kopf zurück: vorwärts. Rückwärts: Kopf vor. Dann kuschelt sie sich wieder an ihre Mama.

Mia leidet unter einer angeborenen Gelenksteife

Mia leidet unter Arthrogryposis multiplex congenita (AMC), einer angeborenen Gelenksteife, verbunden mit einem Kurzdarmsyndrom. Gleich nach der Geburt musste sie notoperiert werden. Ihre Arme und Beine kann sie nicht komplett strecken oder beugen, und ihre Muskeln sind sehr schwach, so dass sie schnell erschöpft ist. Auch Operationen in Spezialkliniken haben nicht geholfen. Zum Essen und Trinken ist sie auf Hilfe angewiesen. „Trotzdem ist sie in Vielem hartnäckig, möchte Vieles ausprobieren“, sagt ihre Mutter.

Auf das Auto ist Manuela Wellmann angewiesen, weil der Taxibetrieb, der Mia bislang zur Schule und zur Ergotherapie und Physiotherapie fährt, kein geeignetes Fahrzeug hat. Auch Arzt- und Krankenhausbesuche stehen regelmäßig an. „Mia würde auch gern den Laden beim Einkaufen von innen sehen“, erzählt sie. Beim Sozialamt liegt ihr Antrag bereits seit Monaten, ohne dass er abgeschlossen wurde. Sie hat die Hoffnung aufgegeben.

Das Schicksal von Mutter und Tochter bewegt viele Menschen, nicht nur in Himbergen und Altenmedingen. 481 haben auf dem Internetportal Gofundme bereits gespendet, so dass schon ein stolzer Betrag von 19 438 Euro zusammengekommen ist. „Wir sind begeistert“, sagt Wellmann. Sie bedankt sich und hofft, dass bald die gesamte Spendensumme zusammenkommt. Dann kann sie Mia wieder zum Spielen zu ihren Freunden fahren.

• Spenden: Gofundme, in der Suchleiste „w22s8“ eingeben, , „Unterstützung für ein rollstuhlgerechtes Auto“.

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