Jörg Harms ist Profi im Tischfußball / Gestern stellte er sich der internationalen Konkurrenz

Vom Kneipen-Kicker zur WM

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Technik, Ausdauer und Taktik gefragt: Jörg Harms (rechts) und sein Spielpartner Semin Mensah treten bei der Weltmeisterschaft im Tischfußball an.

Weste/Nantes. Früher hat er an den Kneipen-Kickern in Bad Bevensen und Umgebung trainiert, gestern spielte Jörg Harms beim Tischfußball ganz weit oben mit.

Der 44-Jährige, der ursprünglich aus Weste kommt, trat mit seinem Spielpartner Semin Mensah gegen die besten Tischfußballer der Welt bei der WM im französischen Nantes an.

Und er hat sich einiges vorgenommen: „Mein großes Ziel ist es, das Halbfinale zu erreichen“, erzählt der amtierende Deutsche Meister im Doppel, „aber dafür braucht es eben schon Glück.“ Und mehr noch: Ausdauer, Technik und Taktik verlange sein Sport. Besonders letzteres werde oft unterschätzt. Harms: „Mein Partner sagt immer: Das ist High-Speed-Schach.“ Tischfußball, weiß der Profi, sei ein „ständiger, rasanter Denkprozess.“

Heute lebt Jörg Harms in Oldenburg und spielt dort für die TFC Devils Oldenburg. Ihren Anfang nahm die sportliche Karriere aber vor 20 Jahren im Landkreis Uelzen. „Ich habe im Prinzip Anfang der 90er Jahre begonnen, in Bad Bevensen und Lüneburg in den Kneipen zu kickern“, verrät er. Damals habe es noch keine Vereine für das Tischfußballspiel gegeben. „Da konnte man nur in den Kneipen kickern.“

Heute sieht das ganz anders aus: Jörg Harms beobachtet, dass immer mehr Leute den Sport als solchen anerkennen. Er selbst spielt sein 2009 in der Nationalmannschaft, bei den letzten Weltmeisterschaften wurde er mit seinem Team sogar Vize-Weltmeister. An diesen Erfolg möchte er nun anknüpfen. Dafür wurde in den vergangenen Wochen hart trainiert. Sein Spiel-Partner und er haben Pässe abgestimmt. „Die Schusstechnik muss einfach blind sitzen, damit ich den Kopf frei habe für wichtige Entscheidungen“, beschreibt Jörg Harms. Er weiß, auch die Konkurrenz schläft nicht. Besonders den Doppeln aus den USA, Deutschland, aber auch aus Belgien und Frankreich begegnet der Oldenburger mit Respekt. Übrigens: Nach Nantes reist Jörg Harms nicht nur, um selbst um den begehrten WM-Titel zu kämpfen. Als Trainer der Junioren-Nationalmannschaft betreut er außerdem den Tischfußball-Nachwuchs. Als Profisportler weiß er: Die Technik sei die Voraussetzung, aber „der Kopf entscheidet das Spiel“.

Von Anna Petersen

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