Mehreinnahmen von 70.000 Euro

Dritte Einrichtung in Bad Bevensen eröffnet: Höhere Steuern auf Spielhallen

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Spielhallenaufsicht Maik Ritter muss bestimmte Automaten freischalten, bevor seine Kunden hier spielen können. Das ist eine gesetzlich vorgeschriebene Maßnahme zur Bekämpfung der Glücksspielsucht.

Bad Bevensen – Sie heißen „Black Diamont“, „Spielo-Treff“ und neuerdings „Players Lounge, die Spielhallen in Bad Bevensen, in denen Spieler ihr großes Glück versuchen oder einfach „daddeln“ können. Seit November gibt es eine dritte Spielhalle in der Kurstadt.

Zwölf Automaten stehen in dem ehemaligen Sportgeschäft an der Kirchenstraße. Nicht alle sind begeistert von dieser Form des Aufschwungs. Die Kurstadt will jetzt sogar die Spielautomatensteuer erhöhen.

Die Abgabe für Automaten mit Gewinnmöglichkeit soll von zehn auf 18 Prozent steigen, berichtet Bürgermeister Martin Feller (Grüne) auf AZ-Nachfrage. Das hat der nichtöffentliche Verwaltungsausschuss jetzt beschlossen. Besteuert wird der in den Bevenser Spielhöllen erzielte Umsatz. Erwartete Mehreinnahmen der Stadt: 70.000 Euro. „Die Glücksspielsucht ist nichts, was wir fördern wollen“, erklärt Feller die Erhöhung.

Wenig begeistert ist davon Nico Glawe vom Betreiber der Players Lounge. „Gerade wenn man einen neuen Standort hat, ist das erheblich“, sagt das Mitglied der Geschäftsführung der Glawe-Gruppe, die Spielhallen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern betreibt, davon zwei in Uelzen.

Im Dezember habe das Unternehmen gerade seine Automaten nachgerüstet, um neueste gesetzliche Vorschriften zu erfüllen, die Spieler vor sich selbst schützen sollen. So müssen bestimmte Geräte persönlich von der Spielhallenaufsicht freigegeben werden.

Maik Ritter hält eine Magnetkarte an den „Crown Star“. Die Maschine signalisiert mit neonroten und blauen Lichtbändern, dass es losgehen kann. Von den Öffnungszeiten können Kunden anderer Gewerbe nur träumen. Von 6 bis 22 Uhr kann an der Kirchenstraße gezockt werden. Fünf Spieler sitzen gegen 15 Uhr an den Automaten. Üblicherweise spielen die Kunden nur „kleine“ Beträge von 30, 40, 50 Euro, berichtet Ritter. „Viele kommen auch zum Personal, um zu reden.“ Wirft einer zu viel Geld in die Automaten, sucht er das persönliche Gespräch.

Die Kommunalpolitiker wird das kaum umstimmen. Gleichzeitig mit der Erhöhung der Automatensteuer hat der Verwaltungsausschuss entschieden, auf die Sondernutzungsgebühr für Gastwirte und Geschäftsinhaber zu verzichten, die Tische und Stühle oder Werbeschilder auf die Fußwege beziehungsweise in die Fußgängerzone stellen.

Dem Einnahmeverlust, der mit 17.000 Euro beziffert wird, stehen die zusätzlichen Einnahmen aus der Glücksspielsteuer gegenüber. „Das wird also mehr als kompensiert“, betont Feller.

Zunächst ist eine Bürgerinformation zum Thema Spielautomatensteuer und Sondernutzungsgebühr geplant. Die Satzungsänderungen muss anschließend noch der Bevenser Stadtrat beschließen. Aufgehoben wird lediglich die Gebühr. „Die Satzung bleibt“, stellt Feller klar.

VON GERHARD STERNITZKE

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