Besucherzahl im Bad Bevenser Rosenbad alarmiert Politik / Wiedereinführung der Dauerkarten?

„Dramatisches Ergebnis“

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Das Rosenbad-Team lässt sich einiges einfallen, um Besucher zu begeistern – wie das Kerzenschwimmen, das auch in diesem Jahr wieder angeboten wird. Dennoch lassen die geringen Besucherzahlen manchen Politiker aufhorchen.

Ebstorf/Bad Bevensen. Sie verschlingen jede Menge Geld für Betrieb und Unterhaltung, und sie müssen Jahr für Jahr um die Gunst der Besucher kämpfen: Die beiden Bäder der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf sind nach wie vor Sorgenkinder.

Beim Anblick der Besucherzahlen in der zurückliegenden Saison musste so mancher Kommunalpolitiker im Bäder-Ausschuss der Samtgemeinde zumindest beim Bad Bevenser Rosenbad trocken schlucken. „Die Zahlen sind erschreckend“, stellte Stephan Kaufmann (BfB) fest.

So weist die Rosenbad-Bilanz insgesamt 26 745 Gäste aus. 57 Prozent davon waren Erwachsene, ein Prozent machte der Schul- und Vereinssport aus, der Rest waren Kinder, berichtete Samtgemeinde-Kämmerer Wilhelm Oelstorf den Ausschussmitgliedern. Der bestbesuchte Wochentag sei der Mittwoch gewesen, der Juli sei mit mehr als 6000 Gästen der besucherstärkste Monat gewesen, der Mai mit etwas mehr als 1000 Besuchern der schwächste. Unterm Strich seien im Rosenbad 54 000 Euro eingenommen worden, so Oelstorf. Eine endgültige Abrechnung fehle aber noch.

Die Besucherzahlen seien ein „dramatisches Ergebnis“, gab Stephan Kaufmann zu bedenken und stellte die Frage in den Raum, ob dies daran liegen könnte, dass es seit einiger Zeit keine Dauerkarten mehr zu kaufen gebe. Man solle vor diesem Hintergrund eine Wiedereinführung in Erwägung ziehen, schlug Kaufmann vor.

Zur Freibadsaison soll außerdem auch in beiden Bädern – im Ebstorfer Waldemar schon eher – kostenfreies W-Lan zur Verfügung stehen, informierte der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Thomas Fisahn. Auch das könne möglicherweise mehr Besucher, vor allem jüngere, anlocken.

Im Ebstorfer Waldemar badeten im vergangenen Jahr 65 000 Gäste, wobei knapp 20 000 Gäste im Freibad gezählt wurden und 45 000 im Hallenbad. 41 Prozent davon Erwachsene, 36 Prozent Jugendliche. Fast ein Viertel der Besucher, nämlich 23 Prozent, kamen im Rahmen des Vereins- und Schulsports ins Bad. Während die Nachfrage diesbezüglich in Bad Bevensen verschwindend gering ist, stellte der Leiter der beiden Bäder Dominik Wolf fest: „In Ebstorf sind wir in Sachen Schulsport komplett ausgebucht.“

Der Sonntag war in Ebstorf der beliebteste Badetag, der besucherstärkste Monat war mit 6624 Gästen der Januar und der schwächste mit 2400 Badenden der Mai. An Eintrittsgeldern wurden rund 139 000 Euro eingenommen.

An den Saisonzeiten wird sich in diesem Jahr nichts ändern, wie der Ausschuss einhellig befand: Am 1. Mai sollen beide Bäder ihre Tore öffnen und am 3. September wieder schließen. Falls das Wetter jedoch sehr gut sein sollte, könne die Schließung auch flexibel gehandhabt werden.

Von Ines Bräutigam

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