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Verein Bürgerradweg will Oetzendorf und Klein Hesebeck verbinden

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Vorstandsmitglieder und Grundeigentümer.
Ein erster Erfolg für den Verein Bürgerradweg Oetzendorf-Klein Hesebeck: Alle Grundeigentümer an der 2,4 Kilometer langen Strecke haben Vorverträge für das benötigte Land unterschrieben. © Bautsch-Ludolfs

Da sage einer, dass es in der Heide keine Berge gibt. Rund um Bad Bevensen ist die Landschaft richtig hügelig. Von der Erhebung zwischen Klein Hesebeck und Oetzendorf geht der Blick so weit in die Landschaft, dass Ortsvertrauensfrau Heike Schulz findet, man müsste dort eigentlich eine Aussichtsplattform aufstellen. Aber es hält dort keiner an, und nur wenige Radfahrer nutzen die schöne Strecke – zu gefährlich ist das angesichts des Verkehrs. Der Verein Bürgerradweg Oetzendorf-Klein Hesebeck bemüht sich deshalb um eine sichere Verbindung für Radfahrer.

Oetzendorf/Klein Hesebeck – „Das ist sicher eine der gefährlichsten Straßen“, sagt der Vorsitzende Hartwig Steep aus Oetzendorf. Auf der Landesstraße, die unter anderem Rosche und Bad Bevensen verbindet, sind nicht nur viele Fahrzeuge unterwegs, 3600 am Tag, sie fahren auch noch sehr schnell. „Die überholen auch berghoch. Wenn dann noch ein Fahrradfahrer kommt...“, meint Steeps Stellvertreter Carsten Steinfeld.

Zweiradfahrer als Opfer

Bei gefährlichen Situationen ist es nicht geblieben, wie die Vorstandsmitglieder und die Klein Hesebecker Ortsvertrauensfrau Schulz berichten. Einmal sei ein 80-jähriger Radfahrer vom Spiegel eines Transporters am Kopf getroffen, ein anderes Mal ein Rollerfahrer erwischt worden. Den vorgeschriebenen Abstand von zwei Metern hielten viele Autofahrer nicht ein.

„Es weiß eigentlich jeder, dass dieser Radweg schon lange hätte gebaut werden müssen“, betont Steep. Doch bis es soweit ist, kann noch viel Zeit ins Land gehen. Deshalb nutzt der Verein zur Realisierung der 2,4 Kilometer langen Strecken das Programm Bürgerradwege des Landes Niedersachsen. Die Idee: Das Land baut den Radweg, wenn Bürger aus den betroffenen Ortschaften einen Verein gründen und aktiv Aufgaben bei der Planung und dem Grunderwerb übernehmen. Sach- und Geldleistungen können ebenfalls eingebracht werden.

Grundeigentümer unterschreiben Vorverträge

Im vorigen Jahr haben die Oetzendorfer und die Klein Hesebecker den Verein gegründet, der inzwischen bereits auf 180 Mitglieder kommt. Und der Vorstand ist nicht untätig geblieben. Die acht Grundeigentümer an der Strecke haben bereits Absichtserklärungen für das benötigte Land unterschrieben. Man kennt sich eben. „Es ist nicht selbstverständlich, dass alle Grundstückseigentümer Ja gesagt haben“, hebt Steep hervor.

Zuständig für den Grunderwerb und die Planung sind dann die Kommunen. Die Gemeinde Weste auf Oetzendorfer Seite und die Stadt Bad Bevensen für Klein Hesebeck haben jeweils 90 000 Euro in ihren Haushalt eingestellt.

Wenn die Vereinbarung für den Radweg unterschrieben ist, wollen Steep und seine Vorstandskollegen um Spenden für das Projekt werben. „Was für uns als kleinen Verein möglich ist, wollen wir bringen“, sagt Carsten Steinfeld. Der Vorstand kann sich aber auch vorstellen, dass Mitglieder aus den eigenen Reihen an der Vermessung mitwirken. Entstehen soll der Bürgerradweg auf der Ostseite der Straße, wo die Radfahrer auch aus Richtung Oetzen und Bad Bevensen ankommen.

• Die Einnahmen eines Flohmarkts in Klein Hesebeck am Sonnabend, 18. Juni, in der Zeit von 11 bis 18 Uhr kommen dem Bürgerradweg zum Nachbardorf sowie den ukrainischen Flüchtlingen zugute.

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