Band seit drei Jahren in den USA / Jetzt Tour durch Europa

"Denmantau": Rockstars aus Bad Bevensen

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Auftritte an der kalifornischen Pazifik-Küste und als Straßenmusiker sowie Video-Drehs im Cowboy-Outfit: Für die Bevenser Band Denmantau läuft es in den USA rund.

Bad Bevensen. Von Bad Bevensen auf den Rock-Olymp – so lässt sich möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft die Karriere von „Denmantau“ zusammenfassen.

Die Band, die sich ursprünglich als Schülerband an der KGS fand, den Nachwuchswettbewerb Local Heroes in Salzwedel gewann, in Uelzen das Open R und das Mephisto rockte und inzwischen seit drei Jahren in Los Angeles wohnt und aktuell in Deutschland und Europa auf Tour ist.

Das Ganze als fünfköpfige Independent-Band, ohne Manager oder Produktionsfirma, die alles regelt und finanziert. „Wir wissen, was Hunger ist“, sagen Milan, Paul, Stefan, Jonas und Julian deswegen auch. Sie spielen in den USA auf Festivals teilweise vor bis zu 8000 Zuhörern, müssen sich andererseits aber auch noch als Straßenmusiker ihr Brot verdienen.

Auftritte, die noch mehr mit sich bringen als „Klimpergeld“: Zum einen werben die Musiker in und um Los Angeles so für sich und ihre Musik, die sie als „Bohemian/Dance Rock“ beschreiben, zum anderen kommen sie so zu Auftrittsmöglichkeiten. Außerdem tummeln sich in der kalifornischen Metropole so viele Musiker, dass den Jungs aus dem Landkreis Uelzen auch schon mal Chad Smith, Schlagzeuger der verehrten Band Red Hot Chili Peppers, ein Exemplar des neuen Albums „Dark Light“ abkauft.

Heimkehr: Im Jugendzentrum Bad Bevensen machten Schlagzeuger Milan Carl, Sänger und Trompeter Paul Weber, Bassist Stefan Pomplun, Jonas Gerigk und Julian Schonscheck (Gitarre und Keyboard/ von links oben nach links unten) ihre ersten Schritte.

Ein Erlebnis, das beispielhaft ist für das Hineinwachsen von Denmantau in die internationale Musikszene. „Du bist dort mit den besten Musikern zusammen“, sagen sie über Los Angeles. Sie lernen Produzenten kennen, in deren Büros Goldene Schallplatten von Puff Daddy, David Bowie und Ozzy Osbourne hängen, werden im Bereich Medien von Scott Page gecoacht, der Saxophonist bei Pink Floyd, Toto und Supertramp war und sie jammen mit dem Bassisten von Herbie Hancock, einem der renommiertesten Jazz-Musiker der USA.

Aktuell ist Denmantau mit der „Dark Light Tour“ in Deutschland und Europa unterwegs, tritt am heutigen Mittwoch in Wien auf. Neben Köln, Berlin und Frankfurt gibt es aber auch Auftritte in der Region: Am 15. Juli gastiert die Band im Lüneburger Salon Hansen und auch auf dem Stadtfest Bad Bevensen wird es Denmantau live geben.

Die Band, die inzwischen seit 14 Jahren zusammenhält und für Auftritte derzeit noch günstige Übernachtungsmöglichkeiten über Facebook sucht, ist sich einig: „Wir wollen hoch hinaus.“ Für Julian bedeutet das, auf den ganz großen Festivals zu spielen: Glastonbury (England), Hurricane, Coachella (USA). Dazu „gute Touren spielen“. Julian weiß: „Das ist nicht bescheiden. Aber es ist möglich.“

Im September kehrt Denmantau zurück in die USA. Dann wollen sie den nächsten großen Schritt machen. „Wir haben einen Plan“, sagen sie. Auf dem Weg auf den Rock-Olymp setzen sie auf die Bedeutung der sozialen Medien. Und auf Fleiß. Sie wissen: „Niemand rettet dich vor deiner eigenen Arbeit.“

Von Steffen Kahl

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