Tests von Schülern und Lehrern negativ

Wie die KGS auf Corona reagiert: „Die Nerven liegen blank“

Kommissarischer KGS-Leiter Jens Wieckhorst: „Offensichtlich scheint das Hygienekonzept zu funktionieren.“ Schüler nutzen die Außentreppen.
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Kommissarischer KGS-Leiter Jens Wieckhorst: „Offensichtlich scheint das Hygienekonzept zu funktionieren.“ Schüler nutzen die Außentreppen.

Bad Bevensen – „Die Nerven liegen blank. Die Eltern, Schüler und Lehrer machen sich Sorgen“, sagt Jens Wieckhorst.

Seitdem am Wochenende bekannt wurde, dass eine Lehrerin der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Bad Bevensen sich mit Corona infiziert hat (AZ berichtete), sind der kommissarische Schulleiter und sein Team im Dauerstress.

Nachdem gestern ein Schüler positiv getestet wurde, wurde neuerlich eine Klasse sowie Kurse, in denen Kontakt bestand, für eine Woche nach Hause geschickt. Viele besorgte Anfragen von Lehrern und Eltern mussten beantwortet werden, Anträge für Ausnahmen von der Präsenzpflicht bearbeitet und mit dem Gesundheitsamt die nächsten Schritte geklärt werden.

Tische steuern den Zugang zur Essensausgabe.

„Alle bisher durchgeführten Tests waren negativ, sowohl bei Schülern als auch bei Lehrern“, berichtet der kommissarische Schulleiter. „Offensichtlich scheint das Hygienekonzept zu funktionieren.“ Bei den Personen habe es sich um Kontaktpersonen zweiten Grades der infizierten Lehrerin gehandelt, bei denen das Infektionsrisiko deutlich niedriger war. Bei den Lehrern stehen noch sechs Tests aus. Dabei handelt es sich jedoch um Kollegen, die sich vorsorglich testen lassen wollten.

Der Betrieb muss weitergehen. „Wenn 1800 Schüler nicht beschult würden, wäre das den Eltern nicht zuzumuten“, macht Wieckhorst deutlich. Und er sei stolz, dass seine Kollegen trotz der Sorge um die eigene Gesundheit den Unterrichtsbetrieb aufrechterhalten. Ausnahmen gibt es für Personen, die zur Risikogruppe gehören. Drei Lehrer arbeiten im Homeoffice, betreuen etwa per Videokonferenz gefährdete Schüler. 30 Eltern haben laut Schulleitung Anträge für eine Befreiung von der Präsenzpflicht beantragt, weil entweder die Schüler oder Personen in ihrem Haushalt zur besonders verletzlichen Gruppe gehören. 24 Anträge sind bereits genehmigt.

Bislang sechs Schüler der KGS wurden wegen einer Corona-Infektion in ihrem Umfeld vom Unterricht abgemeldet. Auf die Erkrankung in der Lehrerin hat die Schule mit einer Empfehlung zum generellen Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, auch im Unterricht, reagiert.

Bereits zum Schuljahrsbeginn wurden acht mit Linien markierte Pausenbereiche auf dem Außengelände ausgewiesen, um die Jahrgänge zu trennen. Zudem wurden die außenliegenden Fluchttreppen geöffnet. Sie werden von den Klassen im ersten Obergeschoss genutzt. Bei schlechtem Wetter können die Schüler in den Klassenzimmern bleiben. Es gibt dann drei Gongs für die verschiedenen Parallelklassen.

Seinen Schülern stellt Wieckhorst ein positives Zeugnis aus. „Das Abstandsgebot einzuhalten, ist schwer. Sie kommen sich schon nahe“, betont der kommissarische Schulleiter. „Aber an die Maskenpflicht halten sie sich tatsächlich.“

Die Schüler der Klassen, die zu Hause bleiben, werden mit Aufgaben versorgt. Sollte es wieder eine Zweiteilung der Schülerschaft in Präsenzunterricht und Homeschooling kommen, ist die Schule deutlich besser vorbereitet als beim Lockdown im Frühjahr. So steht der niedersächsische Schulserver I-Serv für die Übermittlung von Aufgaben, kurzen Erklärvideos und die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Aber Schulleiter Wieckhorst macht auch deutlich, dass der geteilte Unterricht den Unterricht in der Schule nicht ersetzen kann.

Im Übrigen verfügen 182 Schüler der Klassen 5 bis 11 über keinen Computer oder Laptop. Aus dem Sofortprogramm stellen Landkreis und Schulverein zusammen 136 weitere Geräte zur Verfügung. 179 Kinder haben keinen ausreichenden Internetanschluss. Die Schule wird auch Arbeitsplätze in der Schule zur Verfügung stellen.

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