BBM-Chef besorgt wegen Beherbergungsverbot für Personen aus Risikogebieten

Corona Neue Gefahr für Bad Bevenser Hotels

Nach dem Corona-Lockdown hat Bad Bevensen einen kleinen Aufschwung erlebt. Nun könnte das Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Risikogebieten wieder Gäste kosten. archivfoto: Image-Foto/BBM
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Nach dem Corona-Lockdown hat Bad Bevensen einen kleinen Aufschwung erlebt. Nun könnte das Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Risikogebieten wieder Gäste kosten.

Bad Bevensen – Urlaub in Bad Bevensen: In Zeiten von Corona hat die Kurstadt nach dem Lockdown einen erstaunlichen Aufschwung erlebt (AZ berichtete).

Gerhard Kreutz, BBM-Geschäftsführer

Neue Gäste, sogar jüngeres Publikum kommt an die Ilmenau, weil Bad Bevensen viel Natur bietet und abseits des Massentourismus’ auch ein relativ sicheres Reiseziel ist. Wird dieser Aufschwung durch die neuen Corona-Regeln abrupt unterbrochen? Was die Hoteliers erneut zittern lässt, ist das geplante Beherbergungsverbot für Urlauber aus Risikogebieten in Deutschland. „Grundsätzlich halte ich es für wichtig, dass alles Mögliche gemacht wird, damit sich das Virus nicht weiter verbreitet – aber es trifft wieder die Hotellerie“, sagt Gerhard Kreutz, Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM). Ein Großteil der Gäste, gerade auch die Stammkunden, kommt nach seiner Auskunft aus den großen Städten Hamburg, Berlin und Bremen. Dort wirbt die BBM um Touristen, die raus wollen aus dem Großstadtdschungel, unter anderem mit Werbung auf U-Bahnen.

Zukünftig müssen Betreiber von Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen Gäste aus den inländischen Risikogebieten zurückweisen – es sei denn, sie können einen aktuellen, negativ ausgefallenen Corona-Test nachweisen. Zu den Risikogebieten gehören derzeit bereits vier Berliner Stadtteile, Mitte, Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg sowie Tempelhof-Schöneberg. Auch Bremen verzeichnet mehr als 50 Neuinfizierte je 100 000 Einwohner. Und so befürchtet die BBM neuerliche Einbrüche bei den Gästezahlen, die sich im September gerade auf 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erholt hatten.

Hinzu kommt die Unsicherheit. „Wie soll man das Ganze planen? Es kann jeden Tag anders werden. Jeder Ort kann von heute auf morgen Risikogebiet werden“, beklagt Kreutz. Jeden Tag müssten die Vermieter in die Zeitung und ins Internet schauen, welche Gäste sie nicht mehr aufnehmen dürfen. Für die Hoteliers, die viele Zimmer zu vermieten haben, macht das Personalplanung und Einkauf unkalkulierbar, warnt Kreutz.

Vor Beginn der Herbstferien hat Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) sogar geraten, ganz auf den Urlaub zu verzichten und zu Hause zu bleiben. Für die Beherbergungsbetriebe wäre das nach dem Ausfall aller Einnahmen im Frühjahr eine Katastrophe.

„Damit wir keinen neuen Lockdown bekommen, muss alles getan werden“, meint Touristiker Kreutz. Er betont aber auch: „Es sind nicht alle Regionen gefährdet und nicht alle Personen. Man muss gucken, dass nicht noch einmal die Betriebe ein Opfer der Corona-Krise werden, die es schon einmal waren.“ Die Betriebe könnten einen erneuten Einbruch der Einnahmen nicht verkraften. VON GERHARD STERNITZKE

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