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Container für zusätzliche Bevenser Kinder

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Container am Haken eines Krans.
Container schweben am Kran herab. So wie 2019 sollen nun zwei weitere Kita-Container an der DRK-Villa im Park in Bad Bevensen aufgestellt werden. © Privat

Betreuungsnotstand in der Stadt Bad Bevensen. Im Frühjahr zeichnete sich ab, dass 27 Kindergarten- und 16 Krippenplätze fehlen (AZ berichtete). Evangelisches Kitazentrum und DRK-Kita mussten Kinder ablehnen. Jetzt hat die Stadt eine Lösung gefunden. Hinter den bestehenden Containern an der Villa im Park soll das DRK weitere Mobilräume für eine Kindergarten- und eine Krippengruppe errichten.

Bad Bevensen – Der Stadtrat hat jetzt 400 000 Euro für Aufbau, Miete und Betrieb der neuen Gruppen zur Verfügung gestellt. „Damit erfüllen wir den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz“, sagt Stadtdirektor Martin Feller. Der Betreibervertrag mit dem DRK-Kreisverband beinhaltet die Erweiterungsmöglichkeit, die neben der Container-Kita möglich ist. Die Stadt geht davon aus, dass die zusätzlichen Gruppen zum neuen Kindergartenjahr im August oder nach Ende der Sommerferien im September in Betrieb gehen kann. Auch die nötigen Erzieherinnen sind vom DRK zugesagt.

Der Grund sind die Kann-Kinder

Grund für den kurzfristigen Bedarf ist aus Sicht der Stadt die Kann-Kinder-Regelung, mit der das Land Eltern die Möglichkeit einräumt, Kinder in einer gewissen Altersspanne noch ein Jahr länger in der Kita zu lassen. So wechseln laut Stadt in normalen Jahren 50 Kinder vom evangelischen Kitazentrum auf die Schule, in diesem Jahr sind es nur 30. Eine ähnliche Entwicklung ist in der DRK-Kita allerdings nicht festzustellen. Auf jeden Fall geht Feller von einem Einmaleffekt infolge von Corona aus.

Für weiteren Zuwachs ist in den Planungen für den Kita-Anbau an der Villa im Park gesorgt, betont Feller. Fünf Gruppen sind dort vorgesehen, es gibt eine Erweiterungsoption auf sechs Gruppen. Zunächst sind es demnach vier Gruppen in Containern. Zusätzlicher Bedarf durch ukrainische Flüchtlingskinder sei dabei noch gar nicht berücksichtigt, betont Feller.

Stadtdirektor mahnt zu Einsparungen und Steuererhöhungen

Das Defizit der Kurstadt wächst durch die zusätzlichen Container und erwartete Mindereinnahmen bei den Gewerbesteuern (-150 000 Euro) von 1,2 auf 1,8 Millionen Euro. Die Rücklage ist zum Jahresende aufgebraucht. Das strukturelle Defizit der Kommune für die Kinderbetreuung ist von 747 000 Euro im Jahr 2018 auf jetzt 1,95 Millionen Euro jährlich angewachsen. Der Städte- und Gemeindebund, dessen Kreisvorsitzender Feller ist, hat vom Land eine bessere Erstattung der Kita-Kosten gefordert. Verhandlungen mit dem Landkreis über höhere Zahlungen laufen derzeit.

Stadtdirektor Feller mahnt die Politik nun, über massive Einsparungen nachzudenken. „Die Konsolidierung erscheint extrem wichtig“, stellt der Rathauschef klar. „Wir werden auch über Steuererhöhungen reden müssen.“

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