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CDU/FDP wollen in Bevensen-Ebstorf nur eines von vier Gerätehäusern bauen

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In Weste hat ein Feuerwehrmann bereits ein Modell des neuen Gerätehauses gebaut
In Weste hat ein Feuerwehrmann bereits ein Modell des neuen Gerätehauses gebaut, wie er es sich vorstellt. © Privat

 Die Gruppe CDU/FDP im Rat der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf tritt auf die Kostenbremse. Sie fordert, zunächst nur eines von vier Feuerwehrhäusern zu bauen.

Bad Bevensen – „Die fetten Jahre sind jetzt vorbei“, sagt Andreas Czerwinski. Eine Dreiviertelmillion Euro fehlt im Haushalt 2023 der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf (AZ berichtete). Gleichzeitig sind Investitionen in historischer Höhe geplant. Vier Feuerwehrhäuser, die Umwandlung der Ebstorfer Mauritius-Schule in eine Ganztagsschule und die Sanierung des dortigen Rathauses sind geplant. Die Gruppe CDU/FDP, deren Vorsitzender Czerwinski ist, tritt nun auf die Bremse. Sie fordert, zunächst nur ein Feuerwehrhaus zu errichten und auch bei den Fahrzeugbeschaffungen für die Feuerwehr den Rotstift anzusetzen.

„Wir sind uns bewusst, was in der Welt passiert und wie sich das auf uns auswirkt“, erklärt Czerwinski. Die Samtgemeinde werde durch die Unterbringung der ukrainischen Flüchtlinge und hohe Energiepreise belastet. „Alles auf einmal, das können wir nicht mehr stemmen“, ist er überzeugt. „Es ist total wünschenswert, aber wir müssen auf Sicht fahren.“ Man stehe uneingeschränkt für die Sicherheit und gute Ausrüstung der Feuerwehren, aber entscheidend für die Stimmung in den Wehren seien nicht die Gerätehäuser, sondern die Gemeinschaft. Welches Haus zuerst realisiert wird, sollen die Feuerwehren entscheiden.

Auch bei der Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen sieht die größte Gruppe im Rat Einsparmöglichkeiten. Sie schlägt vor, Tanklöschfahrzeuge und Mannschaftswagen nicht einfach nach Alter zu ersetzen, sondern den konkreten Zustand zu bewerten und die Wagen länger einzusetzen. „Zur Nachhaltigkeit gehört auch die Nutzung der Fahrzeuge“, betont Léonard Hyfing (FDP). „Wir schaffen Fahrzeuge an, aber nur, wenn es notwendig ist.“

Zudem fordert die Gruppe, durch Zusammenarbeit Kosten einzusparen. So halten CDU und FDP die Aufstockung der Stabsstelle Brandschutz und Großschadenereignisse um eine Stelle für überflüssig. „Wir sollten Doppelstrukturen vermeiden“, mahnt Czerwinski. „Katastrophenschutz ist grundsätzlich erst mal Kreisaufgabe“, ergänzt Hyfing. Auch auf eine Drohne für die Personensuche soll verzichtet werden. Hier könne man mit der Kreisfeuerwehr und dem DRK zusammenarbeiten.

„Wir müssen Prioritäten setzen, was machbar ist“, mahnt der stellvertretende Gruppenvorsitzende Ulf Schmidt. Umgesetzt werden sollten die Sanierung des Ebstorfer Rathauses, der Umbau des Waldemars und die Ganztagsschulen, für die von 2026 an aufsteigend ein Rechtsanspruch gilt. Auch die geplanten Lüftungsanlagen will man realisieren.

Die Einsparungen hält die Gruppe auch für notwendig, damit nicht am Ende die bereits durch die Inflation gebeutelten Bürger belastet werden. Denn wenn die Samtgemeindeumlage steige, müssten die Gemeinden am Ende die Steuern erhöhen.

Die Gruppe möchte ingesamt zehn Prozent im Haushalt einsparen. Die Verwaltung soll Sparvorschläge machen.

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