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Warten auf den Förderbescheid: Bevenser Caduceus-Klinik plant Anbau für Patienten

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Geschäftsführer Prof. Helmut Peter, Verwaltungsleiterin Dörte Grünewald, ärztliche Leiter Christine Hilper und Dr. Martin Winkler (von links) vor der Klinik.
Hier soll der dringend nötige Anbau der Bevenser Caduceus-Klinik entstehen (von links): Geschäftsführer Prof. Helmut Peter, Verwaltungsleiterin Dörte Grünewald, ärztliche Leiter Christine Hilper und Dr. Martin Winkler. © Sternitzke, Gerhard

Es ist ein bisschen wie zu Hause. Aus der Küche duftet es nach Kartoffelbrei und Sauerkraut. An Holztischen sitzen die Patienten im Gespräch. Hier kennt jeder jeden beim Namen. Es geht familiär zu in der Caduceus-Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie im Wald östlich von Bad Bevensen. Doch das Gebäude mit den zwei Türmchen ist viel zu klein geworden. Die Klinik wartet seit Jahren auf Fördermittel vom Land, um einen Anbau zu realisieren (AZ berichtete).

Bad Bevensen – Gerade sind blaue Container auf dem Parkplatz aufgestellt worden, Räume für Kreativ- und Gruppen- sowie Einzeltherapie, Büros – eine Notlösung auf 200 Quadratmetern. „Eigentlich könnten wir jeden Raum doppelt vergeben“, sagt Dr. Martin Winkler, einer von zwei ärztlichen Leitern. Es herrscht drangvolle Enge in dem schönen Gebäude mit den Sprossenfenstern und dem Naturstein auf dem Boden. Die Verwaltung drängt sich auf neun Quadratmetern. Die Therapeuten müssen sich die Beratungsräume teilen. Auch die Patientenzimmer um den kleinen Innenhof sind klein, und als Aufenthaltsraum dient der Speisesaal.

Anbau für Patientenzimmer geplant

Dabei liegen die Pläne für einen Anbau bereits seit Jahren in der Schublade. „Hier soll ein Verbindungswürfel entstehen, unten die Kunst- und Bewegungstherapie, oben der Empfangsbereich mit Backoffice“, kündigt Prof. Helmut Peter, Mitglied der Geschäftsführung, bei einer Führung an. „Und hier ein rechteckiger Neubau in Bauhausart.“ Er soll die Zimmer für die 33 Patienten aufnehmen. Wird ein zweiter Antrag genehmigt, sind es sogar 53. Der Altbau aus den fünfziger und den siebziger Jahren soll dann nach einer Sanierung ausschließlich für Therapie und Verwaltung zur Verfügung stehen.

Für die bauliche Entwicklung der Kliniken ist das Land Niedersachsen zuständig, wenn sie im Bettenplan geführt werden. Das ist bei der Caduceus-Klinik der Fall. Vor vier Jahren wurde der Förderantrag gestellt. Bereits im Juni hatte der Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer im Zusammenhang mit Mitteln für die Seepark-Klinik Bad Bodenteich vollmundig mitgeteilt, auch die Erweiterung der Caduceus-Klink mit 8,2 Millionen Euro sei in der Beratung. Getan hat sich nichts. „Wir sind vielleicht nicht wichtig genug“, mutmaßt Peter.

Klinik ist spezialisiert auf Traumata

Auf den ersten Blick erscheint die Klinik sehr klein – die 32 Patienten werden von 50 Mitarbeitern betreut – allerdings gibt es wenige Einrichtungen, die auf Traumata, etwa aufgrund von Missbrauch in Kindheit und Jugend, oder posttraumatische Belastungsstörungen nach Auslandseinsätzen der Bundeswehr spezialisiert sind. Die Patienten reisen bundesweit an.

„Wir haben viele Patienten, die keine guten Erfahrungen mit Ärzten gemacht haben“, erklärt Winkler. „Traumapatienten brauchen eine individualisierte Betreuung.“ Die Klinik ist inzwischen Ausbildungsinstitut für Psychotherapeuten.

Für die die wichtige Fortsetzung der Behandlung nach Ende des Aufenthalts hat die Klinik ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) gegründet, das noch wachsen soll. Auch dafür wird der frei werdende Platz im Gebäude gebraucht.

„Die Schwerkranken finden schwer eine ambulante Versorgung“, betont Winklers Kollegin als ärztliche Leiterin Christine Hilper. Umso wichtiger ist der geplante Neubau. „Unser Ziel wäre: So schnell wie möglich.“

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