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Bundesnetzagentur bestätigt neue Leitung Krümmel-Stadorf-Wahle

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Arbeiter in einer Hochspannungsleitung.
Arbeiter in einer Hochspannungsleitung. Die geplante neue Stromautobahn Krümmel-Stadorf-Wahle ist Teil eines neuen Nord-Süd-Korridors. © Symbolfoto: dpa

Eine neue Stromautobahn quer durch den Landkreis Uelzen plant der Netzbetreiber Tennet. Jetzt rückt die Hochspannungsleitung, die auf 140 Kilometern Länge zwischen Krümmel an der Elbe, dem Umspannwerk Stadorf und Wahle bei Peine entstehen soll, ihrer Verwirklichung ein Stück näher.

Stadort/Landkreis – Unter der Projektnummer P113 taucht die Trasse in Netzentwicklungsplan bis 2035 auf, den die Bundesnetzagentur am Freitag bestätigt hat.

Der Netzentwicklungsplan enthält bundesweit 28 Ausbaumaßnahmen, die sich zusammen auf 1000 Kilometer neue Stromtrassen oder Netzverstärkungen belaufen. Tennet begründet das Vorhaben, das den Landkreis Uelzen in Nord-Süd--Richtung durchschneidet, mit der Netzsicherheit und dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Während die bestehende Leitung eine Kapazität von 2700 Ampere hat, wird die neue bis zu 4000 Ampere tragen.

Parallele Stromtrasse entlastet Netz

Die Bundesnetzagentur folgt dabei dem Antrag von Tennet, beide, die neue und die bestehende Hochspannungsleitung nach der Fertigstellung parallel zu betreiben. „Ein Parallelneubau entlastet das Übertragungsnetz deutlich besser als der Ersatzneubau und reduziert den Überlastungsindex um weitere Gigawattstunden“, bestätigt die Bundesnetzagentur.

Das Neubauvorhaben ist Teil einer großen Nord-Süd-Stromautobahn. Sie beginnt mit einer ebenfalls neu geplanten Stromtrasse von Lübeck nach Krümmel und wird von Wahle in Richtung Lamspringe im Kreis Hildesheim fortgeführt. Dort haben die Arbeiten bereits begonnen. Insgesamt geht es bis Mecklar in Nordhessen.

Es geht um die Energiewende. Ökostrom, der im Norden produziert wird, soll sicher in den Süden gelangen. „Netzentwicklung ist der Wegbereiter der Energiewende und des verstärkten Klimaschutzes“, wird der Präsident der Netzagentur, Jochen Homann, zitiert. „Die rund 230 Kilometer lange Verbindung erhöht die Übertragungskapazität für Windenergie in der Nord-Süd-Achse und wird in Zukunft die Versorgungssicherheit und Netzstabilität in Niedersachsen und Nordhessen gewährleisten“, schreibt Tennet über die Verbindung Wahle-Mecklar.

Für die Neubaustrecke Krümmel-Stadorf-Wahle soll 2024 beziehungsweise 2025 das Planfeststellungsverfahren anlaufen, 2027 und 2028 könnten die Bauarbeiten beginnen. Die Voruntersuchungen haben erst gerade begonnen. „Wir sind in einem sehr frühen Stadium“, betont Peter Helms, Referent für Bürgerbeteiligung.

Samtgemeindebürgermeister will Härten für Anwohner vermeiden

„Für die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf bedeutet das, dass wir über nicht unerhebliche Kilometer betroffen sind“, sagt Samtgemeindebürgermeister Martin Feller auf AZ-Nachfrage. „Auf der anderen Seite muss sich jeder im Klaren sein, dass wir die Stromtrassen brauchen.“ Dabei verweist er auf die Ankündigung der neuen Bundesregierung, zwei Prozent der Landesfläche für die Windkraftnutzung zur Verfügung zu stellen. Für die Samtgemeinde gehe es darum, auf die Betroffenheit der Anwohner zu achten, so Feller. „Indem wir versuchen, Härten für Menschen zu vermeiden.“

Die Bauvorhaben sind nicht die einzigen zur Verstärkung des Stromnetzes. Die umstrittene Stromautobahn Südlink wird von Scheeßel durch den Heidekreis bis nach Einbeck führen.

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