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Bürger protestieren in Tätendorf-Eppensen gegen Verkehrsbelastung auf der B 4

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Von: Oliver Huchthausen

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Etwa 30 Menschen protestieren am Fahrbahnrand der B4 in Tätendorf-Eppensen gegen die Verkehrsbelastung.
Mit Warnwesten und Kinderspielzeug stellten sich die Mitglieder des Vereins „BiB4“ zur Protestaktion an der Ortsdurchfahrt in Tätendorf-Eppensen auf. © Oliver Huchthausen

Sie hatten Bobbycars, Tretroller und Bollerwagen mitgebracht: Mit einer Protestaktion an der B 4 in Tätendorf-Eppensen machten Mitglieder des Vereins „BiB4“ jetzt auf die Verkehrssituation an der Bundesstraße aufmerksam. Anwohner aus Tätendorf-Eppensen, Jelmstorf, Bienenbüttel, Grünhagen, Bargdorf und Melbeck kritisieren lange Autoschlangen in ihren Orten, die Lärm und Erschütterungen verursachen. 

Tätendorf-Eppensen – Für die Bewohner von Tätendorf-Eppensen, Jelmstorf, Bienenbüttel, Grünhagen, Bargdorf und Melbeck ist es ein gewohntes Bild: Lange Autoschlangen quälen sich durch die Ortschaften und verursachen neben Lärm und Erschütterung auch so manch gefährliche Verkehrssituation. „Das Maß ist voll“, sagt Sonja Reimann, Vorsitzende des im März neu gegründeten Vereins „BiB4“. Dieser hat am Samstagvormittag mit einer Protestaktion in Tätendorf-Eppensen ein erstes Zeichen gesetzt.

Die Jelmstorferin Sonja Reimann ist als Anliegerin der B 4 selbst direkt von der Verkehrsbelastung betroffen. Sie hofft, durch die Bürgerinitiative genug Aufmerksamkeit schaffen zu können, um die Entscheider in der Politik wachzurütteln. „Wir finden es nicht in Ordnung, dass immer über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden wird. Deshalb will die Bürgerinitiative das Sprachrohr für alle Betroffenen sein und auch ein Mitspracherecht haben, wenn es um unsere Belange geht“, erklärt Reimann. „Um die Ortschaften kurzfristig zu entlasten, müssen weitere Maßnahmen her, wie zum Beispiel noch mehr Straßenverengungen oder auch Blitzer innerorts wie in Tätendorf-Eppensen.“

Im Moment sei es eine „Vollkatastrophe“, als Autofahrer oder Fußgänger die B 4 zu überqueren, um von einem Ortsteil zum anderen zu gelangen, ärgert sich die Vorsitzende. „Gerade Kinder und ältere Menschen stehen hier vor einem Riesenproblem, denn sie schaffen es kaum noch ohne fremde Hilfe.“

Bei der Protestaktion in Tätendorf-Eppensen wurden Tretroller, Bobbycars, Fahrräder oder Schubkarren, aber auch Rollatoren am Fahrbahnrand drapiert, um die Vorbeifahrenden auf die Probleme der betroffenen Zielgruppen aufmerksam zu machen. Wie beispielsweise Christa und Dietrich Westermann aus Bienenbüttel. Ihr Haus steht direkt an der B 4 und ist vom Lärm besonders betroffen. „Die Gläser wackeln in den Schränken und im Sommer ist es auf der Terrasse kaum auszuhalten, denn die ist zur B 4 hin ausgerichtet“, erzählt Christa Westermann. Ihr Mann ergänzt: „Der prozentuale Anteil der Lkws hat sich deutlich erhöht. Es gibt ja kaum noch Lagerhaltung, entsprechend mehr Bewegung kommt also auf die Straße.“

Georg Westermann wohnt mit seiner Frau am Ortsausgang von Tätendorf-Eppensen und schildert die gleichen Probleme: „Es ist unerträglich, mit offenem Fenster können wir nicht mehr schlafen. Gerade auch nachts gibt es viel Lkw-Verkehr. Im Sommer nerven auch die Motorradfahrer, die dann richtig Gas geben.“

Um dem entgegenzuwirken, sind weitere Aktionen geplant, die nächste am 14. Mai ab 14 Uhr in Grünhagen. Für Infos und Mitgliedsanträge können sich Interessierte an die E-Mail-Adresse BiB4@mail.de wenden.

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