Verstärkung für die Feuerwehrfamilie

Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf spricht mit Briefaktion die 18-Jährigen an

Löscheinsatz in Klein Bünstorf.
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Feuerwehreinsatz in Klein Bünstorf: Mit dem Appell an die Hilfsbereitsschaft, moderner Technik und Kameradschaft versucht die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf die 18-Jährigen anzusprechen.

„Stell dir vor, es brennt und keiner löscht!“ Mit diesem Slogan ist ein Brief überschrieben, den jetzt 217 junge Menschen in Bevensen-Ebstorf erhalten haben, die in diesem Jahr erwachsen geworden sind oder werden. 18 Jahre ist das Mindestalter für den aktiven Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr. Mit der Briefaktion wirbt die Samtgemeinde um junge Mitglieder.

Bad Bevensen – „Zur Verstärkung unserer Feuerwehrfamilie suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt Teamplayer mit Herz und Verstand“, heißt es in dem von Samtgemeindebürgermeister Martin Feller und Gemeindebrandmeister Sven Lühr unterschriebenen Brief. „Wenn du Lust hast, mit modernem Gerät, neuester Fahrzeugtechnik und in qualitativ hochwertiger Einsatzkleidung Notleidenden zu helfen, Leben zu retten und mit motivierten Kameradinnen und Kameraden deine Freizeit sinnvoll zu gestalten, dann werde Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf.“

Viele junge Leute verlassen die Feuerwehr wegen Studium oder Arbeit

Derzeit haben die 38 Ortsfeuerwehren noch genug aktive Mitglieder, es sind 1293 an der Zahl (Stand: 2020), betont Katharina Schattat, Leiterin der Stabsstelle Brandschutz und Großschadensereignisse im Bevenser Rathaus. Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehr lassen sich häufig für den aktiven Dienst begeistern, sogar mit steigender Tendenz in der Pandemie. „Allerdings ist es so, dass viele junge Leute wegen des Studiums oder der Arbeit das ehrenamtliche Engagement aufgeben“, erklärt Katharina Schattat. Gleichzeitig bekommen die Feuerwehren die demografische Entwicklung zu spüren. 473 Mitglieder, mehr als ein Drittel der Aktiven, sind bereits über 50. „Viele Kameraden gehen in die Altersabteilung.“ Gerade auf den Dörfern fehlen junge Leute.

Samtgemeinde will technikbegeisterte junge Menschen ansprechen

Deshalb will die Samtgemeinde jetzt junge Leute für den ehrenamtlichen Dienst in der Feuerwehr gewinnen. Keine leichte Aufgabe, sind damit doch regelmäßige Dienste und Einsätze rund um die Uhr verbunden. „Die Feuerwehr muss sich auch gegen die anderen ehrenamtlichen und Freizeitmöglichkeiten durchsetzen“, weiß Stabsstellenleiterin Schattat. Mit moderner Technik, neuen Fahrzeugen und neuer Bekleidung versuche man junge, technikbegeisterte Menschen – Männer wie Frauen – für die Feuerwehr zu gewinnen. „Wir nehmen aber auch gerne Quereinsteiger, die 40 plus sind.“

Die Adressen der Angeschriebenen, 106 Frauen und 111 Männer, stammen aus dem Meldeverzeichnis der Samtgemeinde. Die Frauen sind in der Feuerwehr auf dem Vormarsch. Unter den bis 27-Jährigen stellen sie immerhin ein Viertel, und es gibt drei Ortsbrandmeisterinnen.

Durch die Briefaktion sollen sich die 18-Jährigen noch einmal persönlich angesprochen fühlen. Eine Fortsetzung im nächsten Jahr ist nicht ausgeschlossen.

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