Familienkonzert mit Kammerorchester

Bravo-Rufe für junge Solistin im Bad Bevenser Kurhaus

Musikalischer Nachmittag im Bad Bevenser Kurhaus: Das Lüneburger Kammerorchester spielt unter anderem Joseph Haydn und Felix Mendelssohn Bartholdy.
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Musikalischer Nachmittag im Bad Bevenser Kurhaus: Das Lüneburger Kammerorchester spielt unter anderem Joseph Haydn und Felix Mendelssohn Bartholdy.

Bad Bevensen – Es ist als Familienkonzert konzipiert worden. Und Familien sind dann auch am vergangenen Sonnabend in Bad Bevensen bei der musikalischen Stunde mit dem Lüneburger Kammerorchester zu entdecken – im Publikum als auch auf der Bühne des Kurhauses: Sechs Fidelissimo-Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren spielen dort Geige. 

Die Violinen-Solistin Eva Christine Westphal, gerade einmal 14 Jahre alt und erste Bundespreisträgerin im Wettbewerb „Jugend musiziert 2019“, ist ebenfalls mit von der Partie.

Mit viereinhalb Jahren begann ihr Geigenunterricht bei der Mutter Katrin Westphal, die in dem vierzehnköpfigen Lüneburger Kammerorchester unter Leitung von Ettore Prandi mitwirkt. Orchester, den Kindern und vor allem der Solistin gilt an diesem Nachmittag vielfacher kräftiger Applaus. Mit „Bravo“-Rufen wird Eva Christine Westphal bedacht.

Zunächst einmal ist das Kinderensemble gefragt. Auf dem Programm steht: Haydns „Kinder-Sinfonie“ – arrangiert von Katrin Westphal. Die Sinfonie ist nun ganz und gar nicht so kinderleicht und fordert Aufmerksamkeit und Präzision. Hoch konzentriert am Bühnenrand, den Mundschutz teils unter der Schnecke des Instruments hängend, sicherlich mit Herzklopfen, widmeten sie sich ihrem Beitrag.

Im Mittelpunkt der musikalischen Stunde steht das Konzert für Violine und Orchester op. 64 von Felix Mendelssohn Bartholdy – wahrhaft meisterlich gespielt von der jungen Solistin. Wirbelnde, perlende Läufe, eine großartige Kadenz und ein cantabiler, nicht zu sehr schwelgender Mittelsatz, in den sich die junge Künstlerin reinstürzt. Und dann: der makellose, virtuose, grandios dargebotene Schlusssatz. Hier zeigt sich in besonderem Maße Spielfreude und Können.

Ein Blick auf die linke Hand, wo die Finger nur so über die vier Saiten turnen, hüpfen, springen, lässt einen atemlos werden. Und alles im gekonnten Zusammenwirken mit dem Orchester unter der Leitung von Ettore Prandi.

Dann folgen zwei elegische Melodien, „Herzwunde“ und „Letzter Frühling“ von Edvard Grieg – nach wehmütigen Gedichten geschrieben. Verklärt, gefühlvoll und ausdrucksvoll komponiert und ausgeführt. Zum Schluss blieb nur noch Zeit für den heiter gespielten Presto-Schlusssatz aus Mozarts Divertimento D-Dur. Das viele Klatschen hilft nichts, es gibt keine Zugabe, jedoch die Zusage von Katrin Westphal: „Wir kommen wieder!“ VON UTE BAUTSCH-LUDOLFS

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