Dritter Kindergarten in Bad Bevensen im Gespräch / Stadt ermittelt jetzt Bedarf

Wer braucht Betreuung?

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Kinderbetreuung ist für viele junge Familien ein wichtiges Kriterium dafür, wo sie leben und arbeiten wollen – die Stadt Bad Bevensen will jetzt den Bedarf an künftigen Kindergartenplätzen in der Kurstadt ermitteln.

Bad Bevensen. Braucht Bad Bevensen zusätzliche Kindergartenplätze, um junge Familien in die Kurstadt zu ziehen? Oder sollte erst die Nachfrage nach Betreuungsplätzen da sein und dann ein weiterer Kindergarten in Angriff genommen werden?

Diese Fragen standen bei der Sitzung des Ausschusses für Familie, Jugend und Sport der Stadt Bad Bevensen am Dienstagabend im Mittelpunkt der Diskussion.

Die SPD-Fraktion im Rat hatte, wie berichtet, einen Antrag vorgelegt, wonach ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren eingeleitet werden möge – damit würde die Stadt nach einem Betreiber eines dritten Kindergartens in der Stadt suchen. Das DRK-Kitazentrum an der Röntgenstraße und den Waldkindergarten gibt es ja bereits.

Doch für Jörg Schärling (Grüne) gab es da noch eine gewisse Unschärfe. „Der Antrag ist gut und schlüssig“, meinte er, „aber was fehlt, ist die Dimensionierung. Wie groß soll ein neuer Kindergarten werden?“

Um diese Frage halbwegs verlässlich beantworten zu können, sei eine Bedarfsermittlung unverzichtbar, betonte der zuständige Fachbereichsleiter bei der Stadtverwaltung, Lothar Jessel. Jürgen Schliekau (CDU) hielt den Antrag für „ein Scheingefecht“ und „vorauseilenden Gehorsam“. Schließlich seien im Kitazentrum derzeit insgesamt noch 23 Kindergartenplätze frei. Und auch Fraktionskollegin Susanne Lühr-Peschke gab zu bedenken: „Wenn wir jetzt ein Interessenbekundungsverfahren durchführen, dann müssen wir einen dritten Kindergarten auch bauen.“

Linda Czerwinski (WBB) betonte, dass der Bedarf ganz sicher da sei. Schließlich hätten die großen Kliniken in Bad Bevensen bereits diesbezüglich angefragt, um letztlich auch junge Fachkräfte gewinnen beziehungsweise halten zu können. Diesen Aspekt betonte auch das beratende Mitglied Corina Großmann. „Wir müssen ein Angebot vorhalten und vordenken, bevor die Familien da sind“, appellierte sie.

Einstimmig sprach sich der Ausschuss dann dafür aus, zunächst eine Bedarfsermittlung einzuleiten – und zwar zügig. In der nächsten Sitzung des Ausschusses solle dann über die Zahlen beraten und der Antrag der SPD entschieden werden. Das war auch ein gangbarer Weg für Andreas Strehlke (SPD): „Wir werden eine dritte Kita brauchen“, zeigte er sich überzeugt. Nicht zuletzt auch deswegen, weil der Kindergarten an der Röntgenstraße wegen seiner Größe schon jetzt nur per Sondererlaubnis durch die Landesschulbehörde betrieben werden könne.

Von Ines Bräutigam

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