„Vier Linden“ im Verzug: Sanierung dauert drei Monate länger als geplant

Bistro öffnet erst im März

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Das Fachwerk hat Igor Grygiel einen Strich durch die Rechnung gemacht. Weil es aufwendiger saniert werden muss als gedacht, verzögert sich die Eröffnung des Bistros im ehemaligen Hotel „Vier Linden“.

Bad Bevensen-Medingen. Eigentlich sollten bereits die ersten Bestellungen aufgenommen werden, stattdessen ist weiterhin Baustellenlärm zu hören: Der Umbau des ehemaligen Hotels „Vier Linden“ am Ortseingang Medingens verzögert sich.

Statt im Dezember dieses Jahres wird das Bistro – die erste Säule des mehrteiligen Projekts – voraussichtlich erst im März 2014 in Betrieb gehen. Der Grund: „Der Fachwerkteil war so ungepflegt, dass viel mehr Zeit investiert werden muss als wir gedacht haben“, erklärt Inhaber Igor Grygiel. „Das Restaurant muss komplett entkernt und saniert werden.“ Dadurch würden auch die Investitionen steigen, die Grygiel bisher für den barrierefreien Umbau des „Vier Linden“, eines landwirtschaftlichen Betriebs in der Nähe von Himbergen und die ehemalige Pension „Haus Bremen“ im Bad Bevenser Ilmenautal mit rund vier Millionen Euro kalkuliert hatte.

Wie hoch die Kosten das zunächst angesetzte Budget übersteigen werden, wollte Grygiel auf Nachfrage nicht verraten – der Umbau der drei Gebäude, die der Unternehmer gekauft hat und zu einem Projekt vernetzen möchte, sei aber nicht gefährdet. Zum Hintergrund: Im „Vier Linden“ sollen mindestens 30 rollstuhlgerechte Zimmer entstehen, in der Pension „Haus Bremen“ etwa 18. Zudem wird in dem ehemaligen Medinger Hotel ein Bistro- und Restaurantbereich entstehen – dieser sollte als erster eröffnet werden. Geplant ist es später, Gäste nicht nur per Shuttle-Service von einem Standort zum anderen zu bringen, um ihnen so die Wellnesseinrichtungen aller Gebäude zugänglich zu machen, sondern die Gäste des Hauses auch rundum zu versorgen. Dazu zählt Grygiel neben Fußpflege, Kosmetik und Physiotherapie auch die Bereitstellung von Pflegern vor Ort.

In allen drei Immobilien sollen Menschen mit und ohne Handicap ihre Freizeit verbringen und auch arbeiten können. 30 bis 40 Arbeitsplätze möchte der 33-Jährige in Gastronomie, Hotelerie und Verwaltung schaffen. „Der Verwaltungsapparat steht bereits – und es werden Menschen mit Behinderungen dort beschäftigt werden“, sagt der Unternehmer. Innenausbau der drei Häuser und Bistroherrichtung sollen nun parallel umgesetzt werden. Spätestens am 1. April 2014 möchte Grygiel die ersten Gäste im barrierefreien ehemaligen „Haus Bremen“ begrüßen. Grygiel lebt selbst mit einem Handicap, das ihn in seiner Bewegung einschränkt. Seine Erfahrungen damit sowie seine Qualifikation als gelernter Industriekaufmann sieht er als ausreichendes Know-How für den Betrieb der Einrichtungen. Seine Mutter, die ihn bei dem Projekt unterstützt, ist Hauswirtschaftsmeisterin und Krankenschwester.

Von Wiebke Brütt

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