Wachs schmelzen, Proben nehmen: Imker des Bad Bevenser Lehrbienenstands beenden Saison

Bienen gehen in Winterruhe

+
Immer schön mit der Ruhe: Erhard Pollehn (links) und Eckhard Alvermann entnehmen die sogenannten Futterkranzproben.

Bad Bevensen. Den Bienen ist es längst zu ungemütlich geworden. Wenn die Temperaturen sinken und der Regen fällt, dann ziehen sich die braunen Flügeltierchen mit dem feinen Flaum in ihren Bienenstock zurück und läuten die Winterruhe ein.

Eng zusammengedrängt formieren sie sich dort zur sogenannten Wintertraube. Die Imker des Bad Bevenser Lehrbienenstands haben ihre drei Bienenvölker jetzt in die Winterpause verabschiedet.

Wunderwerk der Natur: Bienen haben aus Wachs Waben geformt, in manchen glänzt der Honig.

Mit dem Zittern ihrer Flügelmuskulatur halten die Bienen im Stock eine Temperatur von etwa 36 Grad, die das Volk braucht, um den Winter zu überstehen. Zum Abschluss der Saison auf dem Lehrbienenstand auf der Wiese im Hagen wird es in den Bienenkisten aber noch mal kalt: Die Bevenser Imker, unter Leitung von Eckhard Alvermann, nehmen nämlich Futterkranzproben. Mit ihnen wollen die Bienen-Liebhaber und -Experten sicherstellen, das sich keine amerikanische Faulbrut – ein schädlicher Pilz – ins Volk eingeschlichen hat. „Es ist wichtig, dass wir als Lehrbienenstand zeigen, dass wir hier gesunde Völker haben“, betont Eckhard Alvermann die Bedeutung dieser Probenentnahme. Und auch, wer seine Bienen verkaufen wolle, müsse mit den Proben nachweisen, dass seine Tiere gesund sind.

Während Alvermann die Proben eintütet, kratzen seine Kollegen drinnen ausgediente Waben-Rähmchen sauber. Das alte Wachs muss runter und wird im Dampfwachsschmelzer verflüssigt. Aus ihm werden später Kerzen oder neue Wachsplatten geformt, aus denen die Bienen in der nächsten Saison dann wieder ihre Waben ziehen. Die Rähmchen werden derweil gründlich gekocht, dann sind sie ganz sauber und können ebenfalls wieder verwendet werden.

Vorsichtig wird mit einem Spatel ein Rähmchen aus dem Bienenkasten gehoben.

Es war kein gutes Bienenjahr für die rund 70 Imker des Bevenser Vereins. „Wir hatten ein schlechtes Frühjahr, trocken und kalt“, sagt Eckhard Alvermann. 50 Prozent weniger Rapshonig hätten die Bienen daher einsammeln können. Danach folgte ein launischer Sommer: mal heiß und trocken, dann regnerisch. „Die Heide hat nur kurz geblüht“, so Alvermann, „also gab es wenig bis keinen Heidehonig.“ Die Waldtracht hingegen sei gut gewesen: Blatthonig, zum Beispiel von Ahorn oder Linde, konnten die Bienen reichlich mitnehmen. Nächstes Jahr gibt es den Lehrbienenstand seit nunmehr zehn Jahren. Mit ihm wollen die Bevenser Imker Interessierten die Faszination der Arbeit mit den Bienen näher bringen. Für Erhard Pollehn hält diese Faszination schon seit 35 Jahren an. Er ist nicht nur Imker, sondern züchtet auch Königinnen. Was seine Leidenschaft zur Imkerei ausmacht? „Dass kein Jahr ist wie das andere. Wenn Sie meinen, Sie haben es einmal richtig gemacht, zeigen ihnen die Bienen im nächsten Jahr, dass Sie es jetzt anders machen müssen. Sie müssen erkennen, wie die Tiere auf die Umwelt reagieren, und selbst reagieren, damit Sie Ihren Nutzen haben. Bienen zeigen Ihnen, dass Sie mit der Natur mitgehen müssen.“

Von Ines Bräutigam

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare