„Bürger für Bevensen“ beantragen Wiederherstellung bisheriger Öffnungszeiten im Griepe-Haus

Bibliothek ein Opfer ihres Erfolgs?

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Die neuen Öffnungszeiten der Bibliothek im Bevenser Griepe-Haus stellen nach Meinung der „Bürger für Bevensen“ eine Verschlechterung des kulturellen Angebotes dar – sie fordern die Rücknahme der Regelung.

Bad Bevensen. Lange wurde darüber diskutiert, im Oktober vergangenen Jahres hat die damals noch bestehende Samtgemeinde Bevensen den Schritt gewagt: Für eine Probephase wurde in der Bibliothek im Griepe-Haus die Sonnabendöffnungszeit eingeführt.

Stattdessen ist seitdem die Bücherei montags geschlossen, an allen anderen Tagen wurde die Öffnungszeit von 9 auf 10 Uhr verlegt. Unterm Strich ist die Bibliothek somit statt bislang für 28 Stunden noch 24 Stunden in der Woche geöffnet.

Die Wählergruppe „Bürger für Bevensen“ (BfB) im Bad Bevenser Stadtrat möchte diese Regelung nun wieder einkassieren. BfB-Sprecherin Brigitte-Susanne Hendel-Andabaka begründet das so: „Diese Maßnahme stellt eine erhebliche Verschlechterung des kulturellen Angebotes für die Bevölkerung dar.“

Die BfB beantragt deshalb, dass die Stadt Bad Bevensen von der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf verlangen möge – letztere ist zuständig fürs Bibliothekswesen –, die Öffnungszeiten im Griepe-Haus vom Umfang her auf die bisherigen täglichen Öffnungszeiten wieder herzustellen – und zwar unter Beibehaltung der Öffnungszeiten am Sonnabend. Außerdem sollen die täglichen Öffnungszeiten „benutzerfreundlich“ erweitert werden.

Die erfolgreiche Arbeit der Bibliothek im Griepe-Haus, so Hendel-Andabaka, werde durch die Reduzierung der Öffnungszeiten gebremst. „Notwendig ist erstens die Wiederherstellung der täglichen Öffnungszeiten und zweitens eine Erweiterung der Öffnungszeiten, die logischerweise mit einer Personalverstärkung einhergehen muss“, formuliert die Vorsitzende im Antrag namens ihrer Fraktion.

„Die Bibliothek im Griepe-Haus erreicht viele Mitbürger. Sie wird Opfer ihres eigenen Erfolges“, so Hendel-Andabaka. „Dieses muss verhindert werden.“ Schließlich hat das Bevenser Bücherei-Team erst im Jahr 2010 eine Rekord-Ausleihe mit 84 042 Medien an 253 Öffnungstagen hingelegt.

Erforderliche Personalkosten müssten von der Stadt Bad Bevensen getragen werden, fordert die BfB. Man werde, so kündigt Hendel-Andabaka an, im Rahmen der Haushaltsberatungen für den Etat 2012 der Stadt entsprechende Finanzierungspläne vorlegen.

Martin Feller, Bürgermeister der Stadt Bad Bevensen, sieht das Begehren allerdings mit Skepsis. Im Rahmen des Zukunftsvertrages habe man sich zu eisernem Sparen verpflichtet, gibt er zu bedenken. Der Genehmigung von zusätzlichen Ausgaben räume er deshalb wenig Erfolgsaussichten ein. Im Übrigen hatte der Ausschuss für Bibliotheks- und Archivwesen die neue Regelung im Oktober 2011 zunächst für eine maximal zweijährige Probezeit auf den Weg gebracht. Nach einem Jahr sollte dann eine Zwischenbilanz gezogen und geprüft werden, ob die Sonnabendsöffnungszeit auch von der Bevölkerung genutzt wird. Diese Zeit solle man erst einmal abwarten, so Feller.

Von Ines Bräutigam

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